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Cannabis-ETF:Mit Risiken und Nebenwirkungen

Cannabis-Modellversuch

In Deutschland nur auf Rezept: Seit März 2017 dürfen Mediziner auch hierzulande Medizinalhanf verschreiben.

(Foto: Jens Kalaene/dpa)

Kiffen ist hierzulande meist illegal, in Cannabis zu investieren aber nicht. Jetzt gibt es den ersten ETF - für Anleger, die chillen wollen, ist er aber nichts.

Der Kapitalismus bedient sich nur zu gern in der Subkultur. Im Underground wird die angesagteste Musik, die neueste Mode, werden die abwegigsten Trends aufgespürt und so lange in die breite Masse geworfen, wie sie sich irgendmöglich verkaufen lassen. Dass der Trend dort, wo er einst entstanden ist, längst wieder passé ist? Unwichtig, so lange noch ein Geschäft damit zu machen ist. Und dieser Mechanismus gilt längst nicht nur für die Auslage irgendeines Modeladens in der Provinz, sondern auch für die Börse.

So lässt es sich wohl erklären, dass es seit Montag nun auch in Deutschland einen Index-Fonds (ETF) gibt, bei dem Anleger in Cannabis-Aktien investieren - schließlich sind das quasi gleich zwei Trends in einem: ETFs gelten schon seit Jahren als gute Möglichkeit für Privatanleger, günstig und mit breiter Streuung in Aktien und andere Wertpapiere zu investieren. Der Mechanismus dahinter ist simpel: Der Fonds bildet stur einen zugrunde liegenden Index ab, und zwar in Zusammensetzung und Gewichtung. Einen teuren Fondsmanager braucht es da nicht mehr. Und seitdem vor allem Kanada und etliche US-Bundesstaaten das Kiffen nicht nur zu medizinischen Zwecken sondern gleich ganz legalisiert haben, gelten die Aktien aus der Cannabis-Branche ohnehin als womöglich ganz großes Ding.

Allein, so einfach ist es nicht. Zwar prophezeien Marktforscher, dass die Umsätze im Hanf-Geschäft in ein paar Jahr um ein Vielfaches steigen könnten. Solche Prognosen aber sind extrem unsicher, zumal in einem jungen und höchst reglementierten Geschäft. So brachen viele Cannabis-Aktien im vergangenen Jahr geradezu ein, teilweise um bis zu 70 Prozent. Milliarden Dollar an Wert wurden vernichtet.

Wer in den nun von der kanadischen Fondsgesellschaft Purpose und dem Investmentunternehmen Han-ETF gemeinsam aufgelegten Fonds investiert, sollte sich also bewusst sein, dass zumindest der erste Börsenhype ums Hasch vorbei ist. Und das ist nicht das einzige Risiko des neuen Fonds: Der Index bildet den Medical Cannabis and Wellness Equity Index des Anbieters Solactive ab - und der enthält ausschließlich Aktien aus den USA und Kanada. Anleger holen sich damit also nicht nur das Branchen-, sondern auch das Währungsrisiko ins Portfolio, weil die Papiere in kanadischen oder US-Dollar notiert sind.

Hinzu kommt, dass der Index sehr klein ist: 13 Unternehmen umfasst er aktuell. Macht nur eine Aktie deutliche Verluste, kann das den gesamten Index - und damit den ETF - nach unten ziehen. Ein marktbreit und weltweit streuender Index wie der MSCI World enthält dagegen oft Hunderte oder sogar Tausende Aktien. Für Anleger, die mal so richtig entspannen wollen, ist so etwas wohl die bessere Wahl.

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