ItalienCampari-Aktien für fast 1,3 Milliarden Euro beschlagnahmt

(Foto: Georg Wenzel/Georg Wenzel/dpa-Zentralbild/dpa)
  • Italiens Finanzpolizei hat Campari-Aktien im Wert von fast 1,3 Milliarden Euro beschlagnahmt wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung.
  • Die Ermittler vermuten, dass bei einer früheren Fusion Exit-Tax-Gewinne von über fünf Milliarden Euro nicht versteuert wurden.
  • Betroffen ist die Luxemburger Holding Lagfin, die 51,8 Prozent der Aktien des Spirituosenkonzerns Campari hält.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Der Bitterlikör gehört zu Italiens bekanntesten Marken. Die Finanzpolizei vermutet, dass bei einer früheren Fusion in großem Stil Gewinne nicht versteuert wurden.

Italiens Finanzpolizei hat Aktien des weltweit tätigen Spirituosenkonzerns Campari im Wert von annähernd 1,3 Milliarden Euro beschlagnahmt. Hintergrund sind Vorwürfe, dass bei Geschäften im Ausland in großem Stil Steuern hinterzogen worden seien, wie die Ermittlungsbehörden mitteilten.

Die Aktien gehören dem Mehrheitsaktionär des Mailänder Traditionskonzerns, der Holding Lagfin mit Sitz in Luxemburg. Campari gehört zu Italiens bekanntesten Marken. Außer dem gleichnamigen Bitterlikör vertreibt der Konzern Getränke wie Aperol, Crodino oder Cynar.

Die Geschichte des Unternehmens – mit vollem Namen Davide Campari-Milano – reicht bis 1860 zurück. Benannt ist es nach dem Sohn des Gründers.

Gewinne aus Italien sollen dort nicht versteuert worden sein

Die Ermittlungen gegen die Holding kamen durch eine Steuerprüfung bei der italienischen Niederlassung in den Jahren 2023/24 ins Rollen. Die Finanzpolizei vermutet, dass bei einer früheren Fusion sogenannte Exit-Tax-Gewinne nicht gemeldet wurden – steuerpflichtige Veräußerungsgewinne, die bei der Verlagerung von Vermögenswerten ins Ausland entstehen. Dabei soll es um eine Summe von mehr als fünf Milliarden Euro gehen, die nicht besteuert worden sei.

Die Ermittler legen der Holding deshalb eine „betrügerische Steuererklärung“ zur Last. Dem italienischen Fiskus sei nach Berechnungen der Finanzpolizei ein Betrag von mehr als 1,29 Milliarden Euro entgangen – die Summe, die nun durch die Sperre von Davide-Campari-Stammaktien sichergestellt wurde. Die Beschlagnahmung erfolgte am Freitagabend nach Börsenschluss. Lagfin hält 51,8 Prozent der Campari-Aktien. An der Börse ist der Konzern aktuell mehr als sieben Milliarden Euro wert.

© SZ/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

SZ MagazinGetränkekolumne
:Trinken wie eine Königin

Was soll man machen als Frau um die 50, wenn man von Weißwein augenblicklich Kopfschmerzen bekommt? Ganz einfach: Am Abend ein Campari Soda nehmen und die Nacht den Jüngeren überlassen

Von Simone Buchholz

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: