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Bundesbank:Gegen Strafzins-Verbot

Die Bundesbank hält nichts von einem generellen Verbot von Negativzinsen. "Natürlich muss der Verbraucherschutz vorbeugen, dass Kunden nicht übervorteilt werden", sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling. Aus Sicht der Bankenaufsicht müssten Geldhäuser aber die Spielräume haben, um ihre Kosten und ihre Erträge in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte vor zwei Wochen einen Vorstoß Bayerns im Bundesrat angekündigt, um Negativzinsen für einen Großteil der Sparer zu verbieten. Einlagen bis 100 000 Euro sollten grundsätzlich von solchen Strafzinsen ausgenommen werden, sagte Söder. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will prüfen lassen, ob dies rechtlich überhaupt möglich ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt bereits seit 2014 Strafzinsen von Instituten, wenn sie über Nacht Gelder bei der Notenbank parken. Inzwischen liegt der sogenannte Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die EZB auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche den Einlagensatz weiter senkt. Geldhäuser in Deutschland klagen schon seit langem, dass die negativen Zinsen an ihren Erträgen nagt.