Geldanlage:Es gibt wieder Geld für einen Kredit an den Staat

Lesezeit: 1 min

Geldanlage: Finanzminister Christian Lindner (FDP) muss damit rechnen, dass es für den Bund künftig teurer wird, Kredite aufzunehmen.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) muss damit rechnen, dass es für den Bund künftig teurer wird, Kredite aufzunehmen.

(Foto: Ute Grabowsky/imago images/photothek)

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist auf 0,017 Prozent gestiegen, erstmals seit bald drei Jahren ist sie positiv. Für Sparer ändert sich aber erst einmal nahezu nichts.

Anleger bekommen wieder Geld für ihre Kredite an den deutschen Staat. Am Mittwoch stieg die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Bundesanleihe auf 0,017 Prozent. Damit erreichte sie erstmals seit Anfang Mai 2019 wieder einen Wert von mehr als null Prozent. Aus Furcht vor einer raschen Abfolge von Zinserhöhungen der großen Notenbanken warfen Investoren Staatsanleihen aus ihren Depots.

Diese Entwicklung habe sich bereits abgezeichnet, sagte Elmar Völker, Analyst bei der LBBW, in einer ersten Reaktion. Es gebe einen "Abwärtsdruck auf die Rentenkurse" und dementsprechend einen "Aufwärtsdruck auf die Renditen". Und das komme vor allem aus den USA, "wo sich die Anzeichen verdichten, dass die US-Notenbank bereits in wenigen Wochen die Leitzinswende einläuten dürfte", sagte Völker. Dort gab es zuletzt Spekulationen, dass sie die Zinsen bereits im März erhöhen könnte und damit früher als ursprünglich an den Finanzmärkten erwartet. Die Europäische Zentralbank hingegen will die Leitzinsen derzeit nicht anheben.

Eine "Zeitenwende" bei den Notenbanken

"Die Null-Marke ist natürlich rein symbolisch und hat keinen wirtschaftlichen Mehrwert", sagte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Bank. Der Anstieg der Renditen zeige aber allgemein die "Zeitenwende" bei den Notenbanken. "Kredite werden langsam wieder etwas teurer oder - besser gesagt - etwas weniger günstig. Marginal können sich Kreditnehmer und Häuslebauer dieses Jahr auf leicht steigende Zinsen einstellen." Für Sparer werde sich wohl nichts verändern, sagte Brzeski, denn eine Leitzinserhöhung erwarte er erst Anfang 2023.

Durch die höheren Renditen dürften nun auch Aktienkäufe unattraktiver und langfristig orientierte Investoren wieder verstärkt von Anleihen angelockt werden; sie hätten nun fast drei Jahre lang negative Renditen in Kauf nehmen müssen, sagte LBBW-Analyst Völker. Es werde aber "noch längere Zeit dauern, bis auch die Renditen fünf- oder gar zweijähriger Bonds wieder positiv werden". Auch Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) muss nun damit rechnen, dass Kredite teurer wird - wenn auch nur sehr wenig. "Um die Finanzen von Christian Lindner brauchen wir uns auch bei diesen Renditen keine Sorgen zu machen", sagte Brzeski.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusApps fürs Smartphone
:So bekommen Sie Ihre Finanzen per Handy in den Griff

Wo ist bloß mein Geld hin? Und wie kann ich was zur Seite legen? Dafür gibt es digitale Helfer. Doch welche Finanz-Apps taugt etwas? Teil sechs der Serie "Smart leben".

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB