Süddeutsche Zeitung

Buchhandelskette:Weltbild verkauft die Hälfte seiner Filialen

  • Die Buchhandelskette Weltbild will fast die Hälfte der Filialen in Deutschland verkaufen.
  • Es geht um insgesamt 70 Filialen, 75 Geschäfte bleiben bei Weltbild.
  • In den kommenden Jahren sollen aber wieder neue Buchhandlungen eröffnen.

Ein Jahr nach der Insolvenz will sich die Augsburger Buchhandelsgruppe Weltbild von fast der Hälfte der verbliebenen Filialen in Deutschland trennen. Nach Angaben des Unternehmens, das sich seit Sommer vergangenen Jahres in Mehrheitsbesitz des Düsseldorfer Investors Walter Droege befindet, sollen insgesamt 70 Filialen an eine "mittelständische Buchhandelskette aus Ahaus" verkauft werden. 75 Geschäfte bleiben bei Weltbild. "Mit dieser Konzentration legt Weltbild den Schwerpunkt im laufenden Geschäftsjahr auf die Stärkung und konsequente Weiterentwicklung der bestehenden Buchhandelsfilialen", heißt es in einer ersten Stellungnahme des Unternehmens. Das neue Konzept sehe aber vor, in den kommenden Jahren jeweils etwa zehn neue Filialen zu eröffnen.

Die Beschäftigten der verkauften Filialen sollen übernommen werden

Um welche Filialen es sich handelt, dazu äußert sich Weltbild bisher nicht. Betroffen könnten etwa 400 Beschäftigte sein, sie sollen "unter Fortführung ihrer bestehenden Arbeitsverträge" übernommen werden, versichert der Buchhändler. Sie seien am Donnerstag informiert worden. Dem Verkauf müsse noch der Gesamtbetriebsrat von Weltbild Plus zustimmen.

"Der Verkauf eines Teils der Filialen war unumgänglich, da sich unsere Erwartungen an die Entwicklung des Geschäfts an einigen Standorten aufgrund zu hoher Struktur- und Mietkosten nicht erfüllt haben", sagt Weltbild-Geschäftsführer Patrick Hofmann. "Weltbild legt damit eine solide Grundlage für eine nachhaltig erfolgreiche Entwicklung und macht den Weg frei für eine gesicherte Zukunft."

"Klares Bekenntnis zum Stationärgeschäft"

Hofmann betont, dass die Filialen auch weiterhin eine wichtige Säule neben Internet und Katalog bleiben. "Die geplante Weiterentwicklung der Filialen und künftige Neueröffnungen sind ein klares Bekenntnis zum Stationärgeschäft." Der Verkauf habe keine Auswirkungen auf das Auslandsgeschäft von Weltbild.

Die Weltbild-Gruppe gehörte bis zum Sommer den katholischen Diözesen in Deutschland und betrieb 2010 noch etwa 300 Filialen. Im Zuge der Insolvenz sind bereits mehr als 1000 der ursprünglich 2200 Arbeitsplätze gestrichen worden. An diesem Freitag verhandeln Betriebsrat und Geschäftsführung über einen weiteren Arbeitsplatzabbau, die Rede ist von 200 Stellen.

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SZ.de/ds/chof
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