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Britischer Ölmulti:Ölkatastrophe belastet BP-Bilanz

Schlechte Zahlen bei BP: Der britische Ölkonzern hat im ersten Quartal wegen einer gesunkenen Produktion weniger verdient als im Vorjahr. Zudem sank das Ergebnis trotz höherer Umsätze deutlicher als erwartet - das Unternehmen leidet noch immer an den Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.

Der britische Ölmulti BP spürt weiterhin die Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Wie BP am Dienstag mitteilte, ging der Gewinn aus dem laufenden Geschäft trotz gestiegener Ölpreise im ersten Quartal um 13 Prozent zurück. Die Fördermenge sank. Der Konzern musste Ölfelder verkaufen, um die Kosten der Umweltkatastrophe zu decken.

BP geht davon aus, dass die Fördermenge auch im laufenden Quartal rückläufig bleiben wird. Der Konzern steht vor dem Verkauf weiterer Gebiete im Golf von Mexiko. Ein vollständiger Rückzug aus der Region sei aber nicht geplant, sagte ein Konzernsprecher. BP wolle sich künftig auf neue größere Projekte konzentrieren und bereits entwickelte Förderstellen schneller verkaufen.

Bob Dudley, der nach der Ölpest die Führung des angeschlagenen Konzerns übernommen hatte, nannte diese Strategie "schrumpfen, um zu wachsen". Ohne Sonderposten sank der Gewinn im ersten Quartal auf 4,8 Milliarden Dollar. Analysten waren laut einer Reuters-Umfrage von 5,1 Milliarden Dollar ausgegangen.

Die BP-Aktie gab in London bis zum Mittag 3,4 Prozent ab. Vor allem die Aufräumarbeiten nach der Explosion auf der Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko im Jahr 2010 belasten die BP-Bilanz weiterhin mehr als erwartet. Allerdings konnte sich der Konzern mittlerweile mit den von der Katastrophe betroffenen Personen und Unternehmen auf einen Vergleich einigen, der für die Briten günstiger als die vorläufigen Schätzungen ausfiel.

Die großen Ölkonzerne haben bisher durchwachsene Bilanzen vorgelegt. Während Shell und Chevron beim Gewinn zulegen konnten, verdiente Branchenführer Exxon weniger.

© Süddeutsche.de/Reuters/wolf/holz

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