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EU-Austritt:Großbritannien prägt Münze mit hinfälligem Brexit-Datum

Auf der Webseite von The Royal Mint ist die offizielle Brexit-Münze noch zu sehen.

(Foto: The Royal Mint)
  • Die britische Münzprägeanstalt hat eine Brexit-Münze in Auftrag gegeben - allerdings lange bevor Großbritannien und die EU sich auf eine Verschiebung geeinigt haben.
  • Die Münzen tragen deshalb noch das ursprünglich für den Brexit vorgesehene Datum: den 29. März.
  • Münzen mit Makeln haben einen hohen Sammlerwert - das könnte auch auf die Brexit-Münze zutreffen.

Wer präzise arbeitet, schafft etwas Wertvolles. So ist das normalerweise. Wenn die Bankberaterin weiß, was der Kunde will und welches Produkt zu ihm passt, ist der Kunde vermutlich zufrieden; vielleicht wird die Beraterin dann irgendwann befördert. Wenn die Schreinerin einen Schrank baut und der nachher gerade steht, ist das auch gut für den Wert des Schranks. Bei Münzen ist das anders. Je mehr bei der Prägung schiefläuft, je mehr sich die Münze nachher von der Norm unterscheidet, desto wertvoller ist sie normalerweise.

Wegen des verschobenen Datums für den EU-Austritt Großbritanniens liegen vermutlich jetzt sehr wertvolle Münzen auf der Insel. Im Oktober des vergangenen Jahres kündigte der britische Finanzminister Philip Hammond 50-Pence-Münzen anlässlich des Brexits an. Auf ihnen soll die britische Königin Elizabeth II. und die Aufschrift "Friendship with all Nations", also Freundschaft mit allen Ländern, zu sehen sein; außerdem das vorgesehene Brexit-Datum. Das war ja bis zuletzt der 29. März.

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Die Brexit-Münze, die vor allem bei Brexit-Fans beliebt sein sollte, sollte eigentlich von diesem Frühjahr an verkauft werden. Die Royal Mint, die staatliche Münzprägeanstalt Großbritanniens, hat schon die ersten Exemplare der Münze fertiggestellt. Auf ihnen ist natürlich der 29. März eingraviert. Aber Großbritannien soll jetzt frühestens am 12. April aus der EU austreten. Die fertigen Münzen waren nur ein Testlauf, wie viele es von ihnen gibt, ist noch nicht bekannt.

Münzsammler nehmen es mit Humor und posten im Internet Bilder von ironischen Prägungen, die sie sich wünschen - zum Beispiel eine sich schämende Queen auf der 50-Pence-Münze.

Hammond versucht, die Panne nicht allzu ernst zu nehmen: "Diese Münzen werden einen großen Sammlerwert haben", sagt er. Münzen mit Fehlern sind eben immer sehr beliebt. Sammler reißen sich schon um Münzen mit kleinsten Ungenauigkeiten, die denen kaum auffallen dürften, die Münzen nur als Zahlungsmittel betrachten. So werden zum Beispiel auf Ebay zahlreiche Spiegelei-Münzen verkauft. Ihr Makel: Zum Beispiel ist bei Zwei-Euro-Münzen der Kern verlaufen. Die normalerweise kreisförmige, goldfarbene Fläche ist nicht mehr kreisförmig, sie hat eher die Form eines Spiegeleis, da sie auf auch einen Teil des Randes mit einnimmt, der ja normalerweise ein silbriger Ring aus Kupfer und Nickel ist. Spiegelei-Münzen sind oft mehrere Hundert Euro wert.

Brexit-Münze wird jetzt politisch gedeutet

Bei deutschen Münzen ist normalerweise der Bundesadler auf den Ein- und Zwei-Euro-Münzen zu sehen, auf den 50-Cent-Münzen das Brandenburger Tor. Im Jahr 2002 hat die Karlsruher Münzprägereanstalt versehentlich die Motive vertauscht - und 50-Cent-Münzen mit einem Bundesadler auf der Rückseite geprägt. Eine solche Münze wurde im Jahr 2010 für 750 Euro versteigert.

Die Brexit-Münze mit dem veralteten Datum wird sogar politisch gedeutet: Mary Creagh, Abgeordnete von der oppositionellen Labour-Partei, sieht die Münzen als Symbol für das Versagen der britischen Regierung beim Brexit. Eigentlich hatte Finanzminister Hammond die Produktion der Münze in Auftrag gegeben, damit sie Brexit-Fans erfreut. Wenn die Sammler die Münze wie Mary Creagh deuten, dürfte sie bei Brexit-Gegnern beliebt sein.

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