Braucht man das? TV-Soundbar von Cambridge Audio

Die Lautsprecher der Soundbar bieten eine 180°-Abstrahlung. Klingt in der Theorie gut, hilft aber im Test nicht.

(Foto: OH)

Der neue Lautsprecherriegel der britischen Firma kommt im Set mit einem Subwoofer, das Ganze für 500 Euro. Der Klang? Ist wie immer Geschmackssache...

Von Helmut Martin-Jung

Das Bild: ein Traum, doch der Ton? Bei den meisten modernen Fernsehern ist er bestenfalls mittelmäßig, oft sogar blechern und bassarm. Wundern muss einen das nicht, wo soll bei den flachen Gehäusen auch das Volumen herkommen, das es nun einmal braucht für satten Bass? Abhilfe wollen sogenannte Soundbars schaffen, also Lautsprecherriegel, die unter dem Fernseher aufgestellt werden. Im Fall des TVB2 von Cambridge Audio gehört zum Set auch noch ein externer Subwoofer, der für die tiefen Töne zuständig ist.

Der ist praktischerweise per Funk angebunden, man muss also nicht noch ein Kabel irgendwohin verlegen; Strom braucht der Bass-Quader allerdings schon. Kopplungsorgien irgendwelcher Art sind ebenso wenig vonnöten, der Klangbalken und der Basslautsprecher finden völlig von alleine zueinander. Automatisch schaltet sich die Soundbar auch ein, wenn der Fernseher angeschaltet wird - sehr praktisch.

Anschluss findet die Glotze entweder über HDMI - dabei versteht das Lautsprechersystem auch neuere Formate wie etwa HDR, das für kontrastreichere Bilder sorgt - oder über ein optisches Kabel. Beide liegen den Boxen auch bei, ebenso die Fernbedienung. Mit der lässt sich zwischen verschiedenen Sound-Modi wie Musik oder Sprache umschalten und zwischen den Eingängen wählen. Zu den Eingängen gehört auch ein Bluetooth-Modul, mit dem sich die Soundbar zum Beispiel von einem Smartphone aus per Funk mit Musik beschicken lässt. Apples Airplay oder ein anderes Wlan-basiertes System sucht man allerdings vergebens. Wer also seine Musik auf einem Netzwerkspeicher abgelegt hat, kann sie mit der Soundbar nicht ohne Umweg übers Smartphone nutzen.

Soundbars sollte man probehören - am besten in den eigenen vier Wänden

Die entscheidende Frage für jede Soundbar aber ist die: Wie klingt sie? Das ist zwar immer Geschmackssache und hängt auch vom individuellen Musikgeschmack ab. Bei der TVB2 fiel das Urteil aller Befragten ähnlich aus: eindeutig zu mittenbetont und dumpf. Mit dem Bass könnte man leben. Allerdings muss der Aufwand womöglich auch gar nicht sein. Ein Sonos-Lautsprecher für knapp 200 Euro lieferte bei nachbarschaftskompatiblen Lautstärken nahezu ebenso viel Wumms wie das 500 Euro teure Cambridge-Lautsprechersystem. Nur kann man ihn leider nicht mit dem TV verbinden. Sonos' Soundbar Beam kostet auch schon 400 Euro, klingt aber deutlich besser und ist Multi-Room-fähig, kann dafür allerdings kein Bluetooth.

Da die Geschmäcker sehr verschieden sind, sollte man Geräte wie eine Soundbar immer vorher hören, am besten bei sich zu Hause, wenn der Händler das ermöglicht. Schließlich soll der TV am Ende besser klingen als zuvor.