Braucht man das? Heißluft-Fritteuse

Pommes schön knusprig, ohne viel Fett? Klingt wunderbar. Das erfüllt die Maschine Actifry Genius, sie hat aber auch einen stolzen Preis.

Von Helmut Martin-Jung

Die Kartoffel steht zu Unrecht im Ruf, dick zu machen. Denn es ist doch so: Es kommt darauf an, wie man sie zubereitet. Wird sie zum Beispiel in schwimmendem Fett gebadet, nimmt sie eine hübsche Menge davon auf. Das schmeckt zwar vielen Menschen gut, gesund ist es nicht. Dieses Dilemma zu lösen, daran hat die französische Groupe SEB mit Marken wie Moulinex, Tefal oder Krups jahrzehntelang getüftelt. Das Ergebnis nennt sich Actifry und ist ein Gerät, in dem die Fritten mit wenig Öl und viel heißer Luft knusprig, man könnte auch sagen: geföhnt werden.

Die Actifry Genius packt ein Kilo rohe Kartoffeln.

(Foto: oh)

Die Actifry Genius (Kosten: ca. 160 Euro) packt ein Kilogramm rohe Kartoffeln. Die muss man schälen, in Stäbchen schneiden, dann waschen und schließlich trocknen. Dann kommen sie mit einem guten Esslöffel Öl in die Garpfanne. Darin rotiert langsam und gemächlich ein Plastikarm, der dafür sorgt, dass alle Stäbchen ihre Dosis Heißluft abbekommen. Nach etwa 40 Minuten sind sie fertig, während dieser Zeit läuft die Actifry selbständig vor sich hin - dank des Gebläses übrigens mit ziemlichem Getöse. So bleibt Zeit, weitere Zutaten zuzubereiten. Einen besonders robusten Eindruck macht das hauptsächlich aus Kunststoff gebaute Gerät nicht, seinen Zweck aber erfüllt es.

Natürlich wäre es nur für Hardcore-Pommes-Freunde empfehlenswert, sich eine Maschine ausschließlich für die knusprigen Kartoffelstäbchen zu kaufen. Aber man kann in der Heißluft-Fritteuse auch andere Gerichte zubereiten. Hackbällchen etwa, Hähnchen-Nuggets oder Falafel, um nur ein paar Bespiele zu nennen. Das mitgelieferte Rezeptbuch ist zwar recht dünn, dafür verspricht jedoch eine App Abhilfe. Auch die ist aber nicht besonders umfangreich - zumindest, wenn man sich nicht anmeldet. Wofür das allerdings gut sein soll, außer natürlich für das Unternehmen, erschließt sich nicht.

Offenbar wird sie auch nicht besonders liebevoll gepflegt. In einem Rezept etwa wird man aufgefordert, "das Öl" zuzugeben. In der Zutatenliste taucht es allerdings nicht auf. Im Testzeitraum veränderte sich wochenlang auch nichts an den "neuesten Rezepten".

Die Testesser fanden die Pommes gut, vergleichbar mit guten Ofen-Frites. Auch ein Fleischgericht gelang gut, Süßkartoffeln blieben etwas labbrig. Muss man das haben? Als Pommes-Fan, der Fett sparen will: ja. Für vieles aber braucht man es nicht, ein Backofen tut's meist auch.

Hinweis der Redaktion

Ein Teil der in Wirtschaft & Technik vorgestellten Produkte wurde der Redaktion von den Herstellern zu Testzwecken zur Verfügung gestellt und/oder auf Reisen präsentiert, zu denen Journalisten eingeladen wurden.