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Braucht man das?:Apple Watch 6 und SE

Apple Watch 6

Spitzenmodell der Watch-Serie.

(Foto: oh)

Hübsch ja, und vollgepackt mit Sensoren - Apples Computer fürs Handgelenk können immer mehr, aber ein gravierender Mangel ist ihnen geblieben.

Von Helmut Martin-Jung

Für Hypochonder ist sie genau das Richtige: Apples jüngste Armbanduhr kann nun auch den Sauerstoffgehalt des Blutes messen, zusätzlich zur Erkennung von Vorhofflimmern mittels eines einfachen EKG. Pulsmessung? Eh klar. Schritte zählen? Sowieso. Lärmmessung? Ist dabei.

Es ist eine wahre Vielfalt an Funktionen, die so ein Computer im Uhrengehäuse erfüllen kann. Die meisten davon brachte allerdings auch schon das Vorgängermodell mit. Wirklich groß ist der Sprung von der fünften Version auf die sechste also nicht. Der Prozessor läuft schneller und ist effizienter, weshalb nun die ständig leuchtende Uhrenanzeige etwas heller sein kann und damit besser lesbar ist.

Was leider geblieben ist: die kurze Laufzeit. Auch bei mäßigem Gebrauch ist der Akku nach eineinhalb Tagen spätestens leer. Das ist deshalb schlimmer als bei einem Handy, weil man zum Laden ein spezielles Kabel zum induktiven Aufladen braucht. Auch funktionieren induktive Ladepads nicht, auch nicht der neue, von Apple eben vorgestellte induktive Schnelllade-Adapter.

Aus der Vielzahl der App-Symbole das Richtige herauszupicken, ist nicht besonders einfach, manche Symbole ähneln sich stark. Auch die Bedienung mit Krone (dreh- und drückbar), Touch sowie dem Ein-Aus-Knopf kann man nicht gerade als intuitiv bezeichnen. Aber eine Uhr ist eben klein und der Funktionen sind viele.

Ein Teil der Funktionen kann nur über ein Smartphone eingestellt werden, das zwingend von Apple sein muss. Mit Android-Geräten lässt sich die Uhr nicht in Betrieb nehmen. Mit einem (neueren) iPhone klappt es dagegen kinderleicht. Davon dürften sich Konkurrenten ruhig mal was abgucken.

Weil das neue Spitzenmodell recht teuer ist - das günstigste Modell kostet knapp 420 Euro, das teuerste knapp 810 Euro -, bleibt die Version drei weiter verfügbar, sie beginnt bei 213 Euro. Außerdem wurde noch ein neues Modell vorgestellt, die Apple Watch SE. Sie hat ein schnelleres Innenleben als das Dreier-Modell. Und außerdem kann jemand, der ein iPhone besitzt, die Uhr für eine andere Person einrichten.

Dabei hat Apple wohl an Kinder gedacht, aber knapp 300 Euro sind ein stolzer Preis für ein Gerät, das nach zwei, drei Jahren veraltet ist. Helikopter-Eltern dürften jedoch die Funktion schätzen, mit der sich tracken lässt, ob die Kids zum Beispiel in der Schule angekommen sind.

© SZ
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