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BP-Manager Doug Suttles:Das Öl ist gestoppt - es fließe das Öl

"Da ist noch eine Menge Gas und Öl": Kaum hat BP das Leck im Golf von Mexiko endlich erfolgreich versiegelt, schielt die Unternehmensspitze schon wieder in Richtung neuer Bohrungen.

Fast vier Monate sprudelte das Öl nach der Explosion der Förderplattform Deepwater Horizon ungehindert in den Golf von Mexiko. 780 Millionen Liter insgesamt - bevor es BP endlich gelang, den für die Umwelt verheerenden Ölaustritt zu stoppen. Gelernt hat das Unternehmen aus der Katastrophe aber offenbar nichts: Die Konzernspitze schließt weitere Bohrungen in dem Ölfeld vor der US-Südküste nicht aus.

Doug Suttles, AP

Schließt neue Ölbohrungen im Golf von Mexiko nicht aus: BP-Manager Doug Suttles.

(Foto: AP)

"Da ist noch eine Menge Gas und Öl, und wir werden irgendwann darüber nachdenken müssen, was wir damit machen", sagte BP-Manager Doug Suttles vor Journalisten. Das lecke Bohrloch und die Entlastungsbohrungen zum Verschließen der Ölquelle würden jedoch nicht für die Förderung von Öl oder Gas genutzt.

Konkrete Pläne für den weiteren Umgang mit dem Ölfeld nannte Suttles jedoch nicht. Das Unternehmen habe sich seit der Explosion der Deepwater Horizon Ende April auf den Kampf gegen die Ölpest konzentriert, sagte er. "Wir haben nicht einmal darüber nachgedacht, was wir mit diesem Reservoir und dem Feld eines Tages machen werden."

Ein Unternehmenssprecher ruderte nach den Äußerungen Suttles umgehend zurück: Der Konzern denke nicht über eine etwaige künftige Ausbeutung des Ölreservoirs an der Unglücksstelle nach.

BP war es am Freitag, mehr als 15 Wochen nach dem Unglück, gelungen, das Bohrloch von oben mit Zement zu verschließen. In einem nächsten Schritt soll die Quelle nun endgültig versiegelt werden: Dazu wird durch Entlastungbohrungen auch am unteren Ende der Ölquelle Schlamm und Zement eingefüllt. Laut BP könnte bei guten Wetterverhältnissen die erste dieser Bohrungen Mitte August abgeschlossen sein.

Skeptisch beurteilten Umweltschützer und Wissenschaftler einen Bericht der US-Regierung, wonach drei Viertel des ausgeströmten Öls bereits abgebaut oder beseitigt worden sind. "Zumindest die Hälfte der 660.000 Tonnen sind immer noch im Meer", sagte der Geochemiker Jürgen Rullkötter dem Sender Deutschlandradio Kultur.

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