Chip-KriseBosch meldet in Ansbach und Salzgitter Kurzarbeit an

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Wegen der Lieferprobleme bei Nexperia-Chips stockt bei Bosch die Produktion.
Wegen der Lieferprobleme bei Nexperia-Chips stockt bei Bosch die Produktion. Marijan Murat/dpa

Lieferprobleme beim Chip-Hersteller Nexperia haben Auswirkungen an zwei deutschen Standorten des Autozulieferers Bosch. Hunderten Beschäftigten droht Kurzarbeit.

Wegen fehlender Chips droht beim Autozulieferer Bosch in zwei deutschen Werken Kurzarbeit. „Derzeit priorisieren wir alles, um unsere Kunden zu bedienen und Produktionseinschränkungen zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten“, teilte ein Bosch-Sprecher mit. Derzeit komme es in Ansbach und Salzgitter wegen der Unterversorgung von Bauteilen für elektronische Komponenten dennoch zu Produktionsbeeinträchtigungen.

Um darauf flexibel reagieren zu können, hat das Unternehmen daher bei der Arbeitsagentur für die zwei Standorte Kurzarbeit beantragt. Das bestätigte der Sprecher. In Salzgitter könne man diese Regelung bei Bedarf für etwa 300 bis 400 der insgesamt rund 1300 Mitarbeiter nutzen. Am Standort in Ansbach könnten in der Spitze etwa 650 der rund 2500 Beschäftigten betroffen sein. Über die Maßnahmen in Salzgitter hatte zuvor der NDR berichtet.

In welchem Umfang der weltgrößte Zulieferer aus Gerlingen bei Stuttgart in den kommenden Wochen von dem „bewährten Instrument“ Gebrauch machen will, ergibt sich demnach „aus produktionstechnischen Planungen und der weiteren Entwicklung der Engpasssituation bei Elektronikbauteilen“. Bosch produziert an beiden Standorten elektronische Steuergeräte.

Ursache: Lieferprobleme bei Nexperia

Hintergrund sind Lieferprobleme beim Chip-Hersteller Nexperia, nachdem die niederländische Regierung die Kontrolle über die von einer chinesischen Konzernmutter geführte Firma übernommen hatte. China stoppte daraufhin die Ausfuhr von Nexperia-Produkten wie Chips für die Autoindustrie.

„Unsere Expertenteams stehen im engen Austausch mit Nexperia, einem unserer Lieferanten für Elektronikbauteile, sowie mit betroffenen Kunden und anderen Lieferanten und Vorlieferanten“, sagte der Unternehmenssprecher. „Die aktuelle Situation stellt auch uns weiterhin vor große Herausforderungen.“ Um die Einschränkungen in der Produktion gering zu halten, greift Bosch demnach auch auf alternative Lieferquellen zurück.Die Engpässe haben neben deutschen Standorten auch Folgen für das Bosch-Werk im portugiesischen Braga. Dort sind etwa 2500 der insgesamt rund 3300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zeitweiligen Arbeitszeitanpassungen oder Freistellungen betroffen. Wie lange Bosch davon Gebrauch machen wird, ergibt sich demnach ebenfalls aus der weiteren Entwicklung des Engpasses.

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