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Kurssturz:Chinas Börsen weiter im Minus

  • Die Kurse an Chinas Börsen sinken weiter. Der Handel eröffnete am Dienstag mit einem Minus von vier Prozent. Gegen Ende des Tages beruhigen sich die Märkte.
  • Experten fürchten, China könne sein Wachstumsziel von sieben Prozent durch den Kurssturz verfehlen.
  • Rettungsversuche der Regierung in Peking blieben bislang vergeblich.

Experten erwarten weiterhin sinkende Kurse

Nach dem größten Kursrutsch seit acht Jahren hat sich die Talfahrt an Chinas Börsen fort. Der Composite Index in Shanghai eröffnete am Dienstag mit einem Minus von vier Prozent. Der Component Index in Shenzhen verlor zu Handelsbeginn ebenfalls etwa vier Prozent. Gegen Handelsschluss scheinen die Verluste an beiden Handelsplätzen jedoch nicht mehr ganz so hoch zu sein: Die Aktien in Shanghai und Shenzhen haben weniger als zwei Prozent an Wert verloren.

Aus Angst, die Hilfen der Regierung zur Stabilisierung der Märkte könnten bereits wieder verpufft sein, hatte sich am Vortrag eine Panik unter Anlegern breitgemacht. Die Börse in Shanghai fuhr mit einem Minus von 8,5 Prozent den größten Tagesverlust seit Februar 2007 ein.

Auswirkungen auf Japan

Auch die Börse in Tokio wurde durch die die andauernden heftigen Kursverluste in China haben weiter belastet. Der Nikkei-Index büßte bis zur Handelsmitte um knapp ein Prozent ein und notierte beim Zwischenstand von 20 158,63 Punkten. Der breit gefasste Topix gab bis dahin um 1,14 Prozent auf 1619,24 Punkte nach.

Wachstumsziel in Gefahr

Experten glauben zwar, dass eine ausgewachsene Finanzkrise in China weiterhin unwahrscheinlich ist. Ein anhaltendes Börsenbeben könnte sich aber auf das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde auswirken. "Wenn es der Regierung nicht gelingt, das Vertrauen in die Märkte wieder herzustellen, wird China sein Wachstumsziel von sieben Prozent bis Ende des Jahres kaum erreichen", heißt es in einer Analyse der australischen ANZ Bank.

Zuletzt hatten Chinas Aktienmärkte eine extreme Berg- und Talfahrt hingelegt: Getrieben von Privatanlegern, die in großen Stil Aktien auf Kredit kauften, war der Leitindex in Shanghai binnen eines Jahres um über 150 Prozent gestiegen. Mitte Juni begann dann ein rasanter Kurseinbruch. Innerhalb von nur 18 Handelstagen verlor der Index 32 Prozent an Wert.

Rettungsversuche bislang vergeblich

Mit radikalen Eingriffen gelang es der Regierung, zunächst die Kurse zu stabilisieren. Die Zentralbank senkte die Zinsen auf ein Rekordtief, zudem setzten Behörden neue Börsengänge aus. Die chinesische Börsenaufsicht CSRC initiierte mit Geld der Zentralbank ein riesiges Kaufprogramm für Aktien. An der Börsen notierte Unternehmen erhielten zudem die Genehmigung, sich selbst vom Handel auszusetzen. Bis zu 50 Prozent der an den Börsen des Landes gehandelten Aktien waren zwischenzeitlich eingefroren.

Die Regierung dementierte am Montag Berichte, wonach sie die Rettungsversuche bereits aufgegeben hätte. Die Behörden werden "die Bemühungen zur Stabilisierung der Märkte fortsetzen", sagte Zhang Xiaojun, Sprecher der chinesischen Börsenaufsicht CSRC.

© SZ.de/dpa/cmy
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