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Börsen:Tump gibt Dow Jones Schwung

Die Ankündigung von Staatshilfen zur Bewältigung der Coronavirus-Krise ermuntert die Anleger wieder zum Kauf von Aktien. Die Wall Street profitiert von Aussagen des US-Präsidenten.

Zum Abschluss einer der schwärzesten Börsenwochen der Geschichte hat die Aussicht auf staatliche Konjunkturstützen Europas Anleger wieder an die Aktienmärkte gelockt. Der Dax legte am Freitag zeitweise um neun Prozent zu, gab seine Gewinne im Handelsverlauf jedoch weitgehend wieder ab. Er notierte zum Ende der Börsensitzung noch 0,8 Prozent höher bei 9232 Punkten. Auf Wochensicht betrug der Verlust des Leitindex rund 20 Prozent, das ist der größte Wochenverlust seit 2008. Die Bundesregierung sagte von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Unternehmen unbegrenzte Hilfen zu. Es geht insbesondere um Kreditgarantien durch die staatliche Förderbank KfW sowie steuerliche Entlastungen. "Diese Maßnahme ist effektiv, da sie direkt bei den Firmen ankommt", sagte VP-Bank-Ökonom Thomas Gitzel.

An der Dax-Spitze lagen die von der Corona-Krise besonders schwer betroffenen Aktien der Lufthansa. Sie verteuerten sich 7,3 Prozent nach oben. Die Lufthansa will für Einsparungen Flugbegleiter und Mitarbeiter der Bodendienste in Kurzarbeit schicken. Wirecard-Titel legten um 4,5 Prozent zu. Dem Zahlungsabwickler zufolge bietet die lange erwartete Sonderprüfung der Geschäftspraktiken bislang keinen Anlass für eine Korrektur der Bilanzen.

Im M-Dax gewannen die Aktien der RTL Group um gut elf Prozent an Wert. Der Medienkonzern hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz erreicht. Der Umsatz 2019 stieg um 2,2 Prozent auf 6,65 Milliarden Euro.

Die Aktien von Fraport rutschten hingegen um 5,4 Prozent ab. Der Frankfurter Flughafenbetreiber hat sich wegen der Flugstreichungen infolge der Coronavirus-Krise in diesem Jahr auf einen deutlichen Gewinnrückgang einstellt.

An der Wall Street standen die Zeichen ebenfalls auf Erholung. Die Anleger hofften auf ein Konjunkturpaket der US-Regierung und eine weitere Zinssenkung in der kommenden Woche zur Stützung der Wirtschaft. Zudem kündigte US-Präsident Trump auf eine Pressekonferenz den Kauf großer Mengen Rohöl für die strategischen Ölreserven an. Zuvor hatte er den nationalen Notstand erklärt, wodurch zusätzliche Mittel in Höhe von 50 Milliarden Dollar zur Bekämpfung der Krise genutzt werden könnten. Der Dow Jones schnellte daraufhin um 9,4 Prozent nach oben. Auf Wochensicht blieb dennoch ein Minus von rund zehn Prozent.

© SZ vom 14.03.2020 / rih, Reuters, dpa

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