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Börse:Milliardenwert

TeamViewer

Mit der Software können sich Unternehmen vernetzen. Nun will Team Viewer mit seinen Produkten auch Anleger überzeugen.

(Foto: Edith Geuppert/dpa)

Mit Team Viewer steht nach zwei Jahrzehnten wieder ein großer Tech-Börsengang aus Deutschland an.

Unzählige Enkel werden schon einmal froh gewesen sein, dass es Team Viewer gibt. Denn die Software ermöglicht es, aus der Ferne auf einen Computer zuzugreifen - sehr hilfreich, wenn die Großeltern Probleme mit dem Mailprogramm haben, die Enkelin aber zum Studieren nach München gezogen ist.

Doch diese kostenlose Version für Privatnutzer ist natürlich nicht der Grund, warum mit Team Viewer nach langer Zeit mal wieder ein Milliarden-Börsengang eines deutschen Tech-Unternehmens ansteht. Sondern, dass Unternehmen auf der ganzen Welt die Bezahlversion der Software für Fernzugriff und Fernwartung nutzen. Schließlich spart es Zeit und Geld, wenn die Techniker nicht immer vor Ort sein müssen und per Software alle möglichen Geräte vom PC bis zum Smartphone miteinander vernetzen können.

Der Börsengang soll Team Viewer helfen, noch schneller zu wachsen. Das Unternehmen wurde 2005 in Göppingen gegründet, dort hat es auch heute noch seine Zentrale. Inzwischen allerdings mit 800 Mitarbeitern und Standorten unter anderem in den USA, Australien, Indien und China. Überall dort sollen künftig neue Jobs entstehen, außerdem will Team Viewer sein Software-Angebot weiter ausbauen.

Eigentümerin von Team Viewer ist die luxemburgische Fondsgesellschaft TigerLuxOne S.à.r.l, die angebotenen Aktien stammen aus ihrem Bestand. Insgesamt werden bis zu 42 Prozent der Anteile in Streubesitz sein. Mit der Umwandlung zur Aktiengesellschaft musste bei Team Viewer auch ein Aufsichtsrat eingerichtet werden, dem Abraham Peled vorsitzt.

Eine Aktie soll zwischen 23,50 und 27,50 Euro kosten, bei einem Emissionsvolumen von 84 000 000 Stück ergibt das 1,41 Milliarden bis 2,31 Milliarden Euro. Der Gesamtwert des Unternehmens würde damit bei bis zu 5,5 Milliarden Euro liegen, teilte Team Viewer mit. Die Angebotsfrist begann am Donnerstag dieser Woche und soll am 24. September enden. Bereits am ersten Tag war nach Angaben der federführenden Banken die Nachfrage nach den Aktien schon größer als das Angebot. Der erste Handelstag an der Frankfurter Börse ist für kommenden Mittwoch, den 25. September geplant.

Der Börsengang erregt auch international Aufmerksamkeit. "Endlich" gehe in Deutschland wieder ein großes Tech-Unternehmen an die Börse, titelte etwa die Finanzagentur Bloomberg. Schließlich habe es nach SAP und dem Chiphersteller Infineon, der 2000 an die Börse ging, eine längere Durststrecke gegeben. Tatsächlich ist es einer der größten europäischen Tech-Börsengänge der vergangenen 20 Jahre. Und damit auch ein Zeichen, dass in dieser Branche nicht immer alles aus den USA oder China kommen muss.

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