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Boeing vs. Airbus:Die Europäer kommen nur gemeinsam voran

In der Ära nach Bush sollten sich Europäer und Amerikaner darauf besinnen, dass sie nur gemeinsam vorankommen. Nötig ist ein Abkommen, das die Hilfen für die Branche auf nahe Null reduziert und klare Regeln vorgibt.

Das wäre für die Steuerzahler günstiger und würde es Boeing und Airbus erlauben, sich auf technische Innovationen zu konzentrieren, statt sich in juristischen Attacken zu verzetteln. Denn in diesem Subventionsstreit kann es keinen Sieger geben, der Kampf um die Marktführerschaft lässt sich so nicht entscheiden.

Ein solches Abkommen könnte Strafzölle verhindern, die nur zerstörerische Kraft entfalten würden. Wenn der Konflikt aber weiter eskaliert, wird die WTO sowohl den USA wie der EU gestatten, auch den Export von Autos, Stahl oder Roquefort-Käse zu behindern. Das könnte der Auslöser eines transatlantischen Handelskrieges werden, der die krisengeschüttelte Konjunktur weiter schwächt. Es wäre ein Rückfall in den Protektionismus, den die westlichen Regierungen seit Monaten zu verhindern suchen.

Es gibt einen weiteren Grund, warum sich Europäer und Amerikaner aus ihren Gräben bewegen sollten: Sie werden ihr Monopol beim Flugzeugbau verlieren. Mit der neuen Konkurrenz aus Asien aber wird es nur einen fairen Wettkampf geben, wenn EU und USA untereinander halbwegs einig sind.

In China entstehen nun ebenfalls Flugzeuge - von staatlichen Firmen mit staatlicher Förderung. Dieser doppelten Wettbewerbsverzerrung können die westlichen Staaten nur begegnen, wenn sie selber glaubwürdig ihre Hilfen beschneiden, statt sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen.

Die Zukunft von Boeing und Airbus ist eine politische Anstrengung wert: Zusammen beschäftigen die Konzerne achtmal so viele Menschen wie Opel, auf dessen Rettung die Bundesregierung seit Monaten so viel Kraft verwendet.

© SZ vom 05./06.09.2009/afi/mel

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