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Flugverkehr:Boeing räumt nach Abstürzen weiteres Softwareproblem ein

Boeing 737 Max - Flugzeuge der US-Fluglinie Southwest Airlines

Allein die US-Fluglinie Southwest Airlines betreibt 34 Boeing 737 Max, die derzeit am Boden bleiben müssen. Außerdem hat sie mehr als 270 Jets der Serie bestellt.

(Foto: Mark Ralston/AFP)
  • Zusätzlich zum bereits bekannten Problem mit der Steuerungssoftware MCAS in den Maschinen des Typs 737 Max 8 hat Boeing ein weiteres Softwareproblem eingeräumt.
  • Die US-Luftfahrtbehörde FAA hält es entscheidend für die Flugsicherheit, Boeing für eine "relativ geringfügige Angelegenheit".
  • Der Konzern arbeitet eigenen Angaben zufolge an einem Update.
  • Derweil äußert sich Vorstandschef Dennis Muilenberg deutlich wie nie zu Schwierigkeiten mit MCAS.

Nach zwei Abstürzen von Boeing-Maschinen des Flugzeugtyps 737 Max 8 in weniger als einem halben Jahr hat der US-Hersteller Probleme mit einer weiteren Software eingeräumt. Diese seien bei der Überarbeitung des umstrittenen Steuerungsprogramms MCAS festgestellt worden, stünden aber nicht in direktem Zusammenhang damit, teilte Boeing mit. Zuvor hatte die Washington Post berichtet, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA das neue Problem beanstandet habe. Solange es nicht gelöst sei, werde das Startverbot für Boeing-Flieger der 737-Max-Serie nicht aufgehoben.

Die Zeitung schreibt unter Berufung auf zwei mit der FAA-Untersuchung vertraute Quellen, dass das Problem als entscheidend für die Flugsicherheit eingestuft werde. Boeing bezeichnete es indes als "relativ geringfügige Angelegenheit", die zusammen mit dem MCAS-Update adressiert werde. "Wir haben bereits eine Lösung dafür in Arbeit", hieß es in der Stellungnahme des Konzerns. In den "kommenden Wochen" werde das Update so weit sein, dass es der FAA zur Zertifizierung vorgelegt werden könnte. Boeing verfolge einen "umfassenden, disziplinierten Ansatz, um es richtig zu machen".

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Vorstandschef Dennis Muilenburg hatte kurz zuvor so deutlich wie noch nie Probleme mit der Steuerungssoftware MCAS eingeräumt. Nach dem vorläufigen Ermittlungsbericht zum Absturz in Äthiopien scheine es so, als ob das Programm durch falsche Sensordaten unnötigerweise eingeschaltet worden sei, teilte Muilenburg mit. Damit wird die Theorie, dass ein Softwarefehler die Maschine Richtung Boden lenkte, von oberster Konzernstelle gestützt.

Das dringend erwartete MCAS-Update werde sicherstellen, dass Unfälle wie in Äthiopien und Indonesien "nie wieder passieren", versicherte Boeing-Chef Muilenburg. Bislang hatte der Flugzeughersteller stets bestritten, dass die MCAS-Software ein Sicherheitsrisiko darstellt. Kurz vor Muilenburgs Stellungnahme hatte der Konzern aber bereits versprochen, Piloten künftig immer mit der Möglichkeit auszustatten, die Automatik auszuschalten und zur manuellen Kontrolle zu wechseln.

Das eigens für die spritsparende Max-Neuauflage von Boeings 737-Serie entwickelte MCAS-Programm soll eigentlich dafür sorgen, in bestimmten Flugsituationen - wie bei einem zu steilen Aufstieg des Jets - automatisch den Flugwinkel zu korrigieren. Doch die bisherigen Unfallberichte deuten darauf hin, dass das System bei den Abstürzen durch falsche Sensordaten fälschlicherweise aktiviert wurde - mit fatalen Folgen.

Beim Crash der Lion-Air-Maschine in Indonesien Ende Oktober soll der Bordcomputer die Nase der Boeing 737 Max 8 wegen der MCAS-Fehlfunktion automatisch immer wieder nach unten gedrückt haben, während die Crew gegenzusteuern versuchte. Ein ähnliches Szenario gilt inzwischen auch beim Ethiopian-Airlines-Absturz am 10. März als wahrscheinlich. Insgesamt starben bei den Unglücken 346 Menschen.

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