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Nach Unfall:US-Flugaufsichtsbehörde prüft Triebwerke von Boeing "777"

Boeing 777 Drops Debris Onto Denver Neighborhood After Engine Explosion

Nach der Explosion des Triebwerks einer Boeing "777-200" fielen am Samstag Trümmerteile im US-Bundesstaat Colorado herab.

(Foto: Michael Ciaglo/AFP)

Am Samstag war das Triebwerk einer Maschine in Flammen aufgegangen, Trümmerteile regneten über Denver herab. Japans Behörden ordnen vorsorglich sogar ein Flugverbot an, denn der Unfall war offenbar nicht der erste dieser Art.

Nach einem Zwischenfall in der Luft kündigt die US-Flugaufsichtsbehörde FAA eine Überprüfung der Flugtauglichkeit aller Boeing 777 mit Pratt-&-Whitney-Triebwerken an. Dies werde "wahrscheinlich bedeuten, dass einige Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen werden", sagte der Leiter der Behörde, Stephen Dickson. Auch Japan zieht Konsequenzen und ordnet ein Flugverbot an.

Am Samstag war eine Boeing 777-200 mit 231 Passagieren und zehn Besatzungsmitgliedern an Bord auf dem Weg nach Honolulu, als ein Triebwerk in Flammen aufging. Flugzeugteile stürzten unweit der Stadt Denver im Bundesstaat Colorado in mehrere Wohngebiete. Fotos zeigten nicht nur Trümmerteile, die auf Wiesen und in Vorgärten gelandet waren, sondern auch ein Hausdach, in das ein Loch gerissen wurde. Das Flugzeug habe aber sicher am Internationalen Flughafen in Denver landen können, teilte die Polizei mit.

Eine erste Überprüfung des Zwischenfalls zeige, "dass die Inspektionsintervalle für die hohlen Bläserschaufeln verkürzt werden sollten, die einzigartig für dieses Triebwerksmodell sind und nur beim Typ 777 verbaut werden", heißt es in einer Erklärung der US-Luftfahrtbehörde. Die Fluggesellschaft United Airlines kündigte an, 24 betroffene Maschinen freiwillig aus dem Betrieb zu nehmen, bis die Untersuchung abgeschlossen sei.

In Japan ordnete das dortige Verkehrsministerium nun vorsorglich ein Flugverbot an. Betroffen davon sind die japanischen Airlines ANA und Japan Airlines (JAL). ANA betreibt 19 Flugzeuge mit ähnlichen Triebwerken wie dem der Maschine von Denver. JAL hat 13 solcher Flugzeuge in seiner Flotte. Bereits am 4. Dezember vergangenen Jahres war der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge ein ähnlicher Triebwerksfehler bei einer Boeing 777-200 von JAL aufgetreten.

© SZ/dpa/Bloomberg/aner
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