bedeckt München
vgwortpixel

BMW:SUVs verkaufen sich am besten

BMW-Fabrik in Greer (USA): Roboter bei der SUV-Fertigung

Autonome Roboter fertigen ein X-Modell im BMW-Werk in Greer, South Carolina.

(Foto: REUTERS)
  • Die BMW AG konnte ihr Ergebnis im dritten Quartal diesen Jahres um ein Drittel steigern.
  • Dazu beigetragen hat maßgeblich der gestiegene Absatz von SUVs der X-Modelle.
  • Mit dem freigewordenen Kapital soll die Entwicklung von Elektrofahrzeugen und digitaler Funktionen wie automatisiertes Fahren finanziert werden.

Die BMW AG hat erstmalig unter ihrem neuen Konzern-Chef Quartalszahlen vorgestellt. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen stieg einer Mitteilung des Autobauers zufolge um rund ein Drittel. Somit stehen die Anzeichen unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden, Oliver Zipse, auf Erholung. Vor allem eine Strategie aggressiver Kostensenkungen habe geholfen. So konnten Schwierigkeiten der vergangenen Quartale, wie geringe Profitabilität, beseitigt werden. Ebenso positiv zum Ergebnis beigetragen habe die gestiegene Nachfrage nach gehobenen Modellen - speziell SUVs wie dem großen Geländewagen X7.

Der Münchner Hersteller treibt ein Kostensenkungsprogramm voran, das darauf abzielt über 12 Milliarden Euro einzusparen. Mit dem freigewordenen Kapital plant der Autobauer die Entwicklung von Elektrofahrzeugen und digitaler Funktionen wie automatisiertes Fahren zu finanzieren. "Das Fahrzeug der Zukunft mit all seinen integrierten digitalen Funktionen ist ein Hightech-Produkt von noch unterschätzter Komplexität", so Zipse.

Wirtschafts- und Finanzpolitik Deutschland steht vor mageren Zeiten
Wirtschaftsweise

Deutschland steht vor mageren Zeiten

Der jahrelange Aufschwung ist zu Ende, glauben die Wirtschaftsweisen. Eine tiefe Rezession sehen die Ökonomen zwar nicht, doch auch im kommenden Jahr dürfte sich die Wirtschaft nicht erholen.   Von Cerstin Gammelin, Berlin, und Alexander Hagelüken

Dafür erhöht BMW seine Investitionen in Forschung und Entwicklung. In den ersten neun Monaten gaben die Münchener fast 10 Prozent mehr dafür, rund 4,25 Milliarden Euro. Kurz- und mittelfristig sollen die weiter steigenden Investitionskosten durch den Verkauf von High-End-Fahrzeugen, wie den SUVs der X-Modelle, und der Nachfrage aus China finanziert werden. Alleine der Absatz dort stieg in diesem Jahr um fast 15 Prozent.

Langfristig zeige sich jedoch ein Einbruch des Automobilabsatzes in Schlüsselmärkten wie Europa und China. Die Dringlichkeit zur Entwicklung elektrischer Fahrzeuge sieht Zipse als gegeben. Die Nachfrage nach batteriebetriebenen Fahrzeugen nehme zu und BMW werde noch in diesem Monat mit einer elektrische Variante des Mini in die Produktion gehen, gefolgt vom BMW iX3 im nächsten Jahr.

Auch an den Börsen kommen die Zahlen des dritten Quartals von BMW gut an. Die Analysten rechneten mit rund 300 Millionen Euro weniger Gewinn vor Zinsen und Steuern. Das Ergebnis sei "ein erstes positives Zeichen nach mehreren enttäuschenden Quartalen", sagte Jürgen Pieper, Analyst im Bankhaus Metzler.

BMW selbst spricht davon, seine Gewinnmarge im Automobilbereich von 4,4 Prozent im Vorjahr auf aktuell 6,6 Prozent verbessert zu haben. Dennoch liege der Wert unter dem Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent. "Die von uns eingeleiteten Effizienzsteigerungsmaßnahmen tragen Früchte", sagte Finanzvorstand Nicolas Peter in der Erklärung. "Trotzdem streben wir danach, mehr als das zu erreichen." Denn BMW plant weiterhin Kosten zu senken. Grund dafür sind zum einen strengere Umweltauflagen im europäischen Markt, zum anderen die zurückgehende Nachfrage.

Automobilindustrie Der Knochenbrecher

Volkswagen

Der Knochenbrecher

VW-Chef Herbert Diess ist laut, provokant, gnadenlos und erfolgreich. Dafür wird er bewundert und gefürchtet. Jetzt setzt er voll auf E-Mobilität. Es ist eine Wette, die auch schiefgehen könnte.   Von Max Hägler und Angelika Slavik