Es ist wie am Fließband in einer Fabrik: Mit flinken Bewegungen ziehen Arbeiter grüne Blätter von Stängeln. Andere messen Blumen und schneiden sie passend. Die nächsten packen jeweils zehn Pflanzen zu einem Bund Rosen zusammen. Dutzende Arbeiter sind in der Halle beschäftigt, die wegen der Empfindlichkeit der Rosen auf wenige Grad Celsius herunter gekühlt ist. Draußen ist es brütend warm, um die 32 Grad ganzjährig, wegen der Nähe zum Äquator - deswegen gibt es hier am Lake Naivasha in Kenia eine Menge Blumenfarmer. Die Silhouetten der Gewächshäuser prägen das eine Ufer, am gegenüberliegenden ziehen bis heute Zebras, Giraffen und Antilopen durch die Wildnis.
Blumenhandel:Ausgebeutet in der Rosenfabrik
Etwa die Hälfte der Rosen in Deutschland wird aus Kenia importiert.
(Foto: AFP)Damit in Deutschland genug frische Blumen in die Läden kommen, schuften Arbeiter in Afrika für mickrige Löhne. Wer gegen schlechte Arbeitsbedingungen protestiert, wird einfach entlassen.
Von Caspar Dohmen, Karagita
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