Süddeutsche Zeitung

Black Friday in den USA:"Das ist Wahnsinn!"

Nein, nicht Wolfgang Petry, sondern Black Friday: In den USA hat die Weihnachtszeit mit einem Sturm auf die Kaufhäuser begonnen. Am Freitag nach Thanksgiving hofft der Einzelhandel traditionell auf das große Geschäft - in diesem Jahr ist der Druck besonders groß. Auch die Kritik am Einkaufsrausch wird lauter.

In den USA hat die Weihnachtszeit mit einem Sturm auf die Kaufhäuser begonnen. Am Black Friday nach Thanksgiving hofft der Einzelhandel traditionell auf das große Geschäft - in diesem Jahr ist der Druck besonders groß. Auch die Kritik am Einkaufsrausch wird lauter. Mit einem Sturm auf die Kaufhäuser und Geschäfte sowie einer Flut von Onlinebestellungen hat das Weihnachtsgeschäft im US-Einzelhandel begonnen. Bereits vor dem inoffiziellen Start am sogennanten Black Friday öffneten viele Geschäfte ihre Pforten und lockten Kunden mit hohen Rabatten.

Das Hauptfiliale von Macy's in New York - das angeblich größte Kaufhaus der Welt - war gerüstet: 500 Beschäftigte sollten den Kundenansturm bewältigen. Viele hatten den Schrecken in den Augen, als die Türen aufgingen und auf einen Schlag Tausende hereinströmten. "Das ist Wahnsinn!", stöhnte eine Verkäuferin. "Wir sind für so etwas doch gar nicht ausgebildet."

Immer mehr Warenhausketten läuten den Einkaufsrausch zum Jahresende bereits am vorangehenden Feiertag Thanksgiving ein, den die Amerikaner eigentlich traditionell zu Hause mit Truthahnessen und Footballschauen begehen. In diesem Jahr ist der Druck in der Branche besonders groß: Die Einkaufs-Saison vor Weihnachten ist so kurz wie seit zehn Jahren nicht mehr, und die Verbraucher wollen Umfragen zufolge ihr Geld zusammenhalten. Wegen des gedämpften Konsumklimas rechnen viele Experten mit einem nur mäßigen Anstieg der Weihnachtserlöse.

Der Freitag nach Thanksgiving bringt üblicherweise die höchsten Umsätze im Jahr. Viele Einzelhändler sehen sich daher gezwungen, bereits am Feiertag mit Billigangeboten Kunden zu locken. Die Ketten Target, Best Buy and Toys R Us luden die Kunden früher in ihre Läden als im Vorjahr (diese Grafik von Mother Jones zeigt, wie die Einzelhändler von jahr zu Jahr früher öffnen - den "Krieg gegen Thanksgiving"). Viele Geschäfte der auf dem Markt dominantesten Kette Wal-Mart hatten sogar den ganzen Tag geöffnet, wobei die Aktionen erst am Abend begannen. andere Ketten öffneten zum ersten Mal schon an Thanksgiving.

Nicht alle Amerikaner freuen sich darüber. Im Internet kursieren Petitionen, die dem Treiben ein Ende setzen sollen. Auch manche Händler, denen das Erntedankfest als Familientag heilig ist, verweigern sich dem Trubel. Dass ihnen damit fette Geschäfte entgehen, ist noch nicht ausgemacht. "Diejenigen, die früher öffnen, wollen höhere Umsätze. Aber am Ende, glaube ich, wird der gesamte Kuchen nicht größer", sagte Analyst Yarbrough.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.1831528
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
Süddeutsche.de/Reuters/bero
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.