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Bitwala:Geld für die Kette

Sony und andere investieren in das Blockchain-Start-up Bitwala. 13 Millionen Euro haben Geldgeber bisher eingebracht. Darunter ist auch der Investor Earlybird.

Er herrschte Sommer in Berlin, als sich die Vorstände von Bitwala an einem Freitag auf den Weg zum Notar machten. Dort setzen sie ihre Unterschrift unter das, was für sie der bisher größte Erfolg ist: Die Series-A-Finanzierung von Bitwala. Insgesamt 13 Millionen Euro haben mehrere Geldgeber investiert, darunter der Start-up-Investor Earlybird und über einen Fonds sogar der japanische Technologie-Konzern Sony. Für beide ist es ein kleines Investment. Für Bitwala ist es hingegen ein Ritterschlag. Denn das Investment von Sonys Wagniskapitaltochter sei, so sagt es das Start-up aus Berlin, das erste Investment in ein Krypto-Start-up überhaupt. Wie hoch der Anteil der Investoren am Unternehmen ist, wird zunächst verschwiegen. Allerdings sollen die Gründer nun weniger als 50 Prozent am eigenen Unternehmen halten.

Mit der Finanzierungsrunde hat das Berliner Blockchain-Start-up einen Meilenstein auf einem steinigen Weg erreicht. Bereits 2015 gegründet, tauschten die Berliner zunächst Kryptowährungen gegen normale Währungen, hatten schon eine eigene Debitkarte ausgegeben. Als aber ein Partner keine Lizenz mehr von Visa bekam, musste man alles dem Erdboden gleich machen und neu anfangen. Es folgten eine Umorientierung, eine erste Finanzierung über vier Millionen Euro und der Aufbau einer neuen Plattform.

Das Finanz-Start-up hat eine Vollbanklizenz

Mittlerweile bietet das Start-up ein Girokonto mit Zugang zu Krypto-Währungen an. Das bedeutet, die Kunden können Bitwala zum einen als Bank wie jede andere nutzen. Zum anderen aber können sie über das Konto direkt Kryptowährungen gegen normale Währungen tauschen. Das Geld kommt innerhalb einer Stunde auf das Konto und die Gebühr beträgt rund ein Prozent, was, wie Bitwala sagt, günstiger sei als viele Vergleichsprodukte.

Damit das funktioniert, hat Bitwala sich die Solaris-Bank an Bord geholt, ein weiteres Berliner Fintech. Das Finanz-Start-up hat eine Vollbanklizenz, leiht diese an Bitwala aus und wickelt die Geschäfte im Hintergrund ab. Damit ist das Sparguthaben der Kunden bis 100 000 Euro gesichert. Für Kryptowährungen gilt das nicht.

Seit einigen Monaten nun ist das Bankkonto live und läuft langsam an. Im Vorfeld sprach das Start-up von rund 40 000 Menschen, die gerne in Konto eröffnen würden. Mittlerweile sind daraus 15 000 Anträge auf eine Kontoeröffnung geworden. Wie viele Menschen tatsächlich schon ein Bitwala-Konto nutzen und wie viele davon wiederum Bitcoin handeln, will man aber nicht sagen. Lediglich so viel: Die Zahl sei eher im fünfstelligen Bereich und das Volumen von rund elf Millionen Bitcoin sei bisher gehandelt worden.

Christoph Iwaniez, Finanzchef und zuständig für die Finanzierungsrunde bei Bitwala, betont dabei: "Alle bisherigen Kunden haben komplett ohne Werbung zu uns gefunden." Das gesamte Budget für Marketing habe etwas mehr als 3000 Euro betragen. Von den 13 Millionen Euro wolle man daher auch einen guten Teil darauf verwenden, das Werbebudget nach oben zu schrauben. Der Rest soll in den Aufbau des Teams fließen. Man wolle mehr Menschen einstellen und neue Produkte entwickeln.

Weit oben auf der Liste steht unter anderem ein Konto für Unternehmen. Selbständige, aber auch große Firmen könnten über Bitwala länderübergreifend Gehälter in Kryptowährungen auszahlen, die Mitarbeiter diese dann in ihre lokale Währung umtauschen. Das immerhin ist der Traum bei Bitwala, der aber noch Monate an Entwicklungsarbeit weit weg ist. Für den Anfang will man Unternehmen ansprechen, die entweder gern experimentieren oder solche, die selbst im Krypto-Geschäft zu Hause sind.