Leonhard Birnbaums Büro ist im zwölften Stock der Eon-Zentrale in Essen. Der 58-Jährige leitet seit 2021 Europas größten Stromnetzbetreiber. In Deutschland hat der Dax-Konzern mit 31 000 Beschäftigten 70 Prozent der Windräder an Land und 50 Prozent der Solarparks angeschlossen. Doch Birnbaum sieht den Boom der Erneuerbaren zunehmend als Problem an. Bevor das Gespräch losgeht, führt der frühere McKinsey-Berater noch in einen Nebenraum. Dort hängt ein Kunstwerk, das seine Frau und er in Auftrag gegeben haben: Ein großes Mosaik aus 3200 Champagner- und Prosecco-Deckeln zeigt einen Drachen. Nein, er habe die Flaschen nicht alle selbst getrunken, versichert der Manager.
Eon-Chef Birnbaum„Die Erneuerbaren haben gewonnen“
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Leonhard Birnbaum leitet Europas größten Stromnetzbetreiber Eon. Der Manager klagt, dass die Energiewende Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden sei: Der Boom bei Ökostrom-Anlagen überlaste die Netze. Birnbaum fordert harte Reformen.
Interview von Caspar Busse und Björn Finke, Essen

Exklusiv RWE:„Es gibt in Teilen der Politik großes Misstrauen gegenüber Unternehmen“
RWE-Chef Markus Krebber empfindet die Beziehungen zwischen Politik und Wirtschaft in Deutschland als gestört. Er plädiert für eine neue Energiepolitik, die Stromkunden entlastet, und erklärt, welche Folgen der Ausgang der US-Wahl hat. Der Manager schätzt, dass Trumps Wirtschaftspolitik sogar teilweise funktionieren kann.
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