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Konjunktur:Altmaier: Deutsche Wirtschaft vor der Trendwende

Volkswagen

Wenn viele Menschen geimpft sind, soll es mit der Wirtschaft wieder kräftig bergauf gehen.

(Foto: Swen Pförtner/dpa)

Die Bundesregierung erwartet für das laufende Jahr 3,5 Prozent Wachstum - und sieht Corona-Folgen für die Wirtschaft früher überwunden als gedacht.

Von Michael Bauchmüller, Berlin

Es könnte alles am Schnürchen laufen Ende September. Wer sich impfen lassen wollte, ist geimpft. Die Notbremse ist gelockert, Läden und Cafes sind wieder auf. Und die Wirtschaft ist auf bestem Wege, den Corona-Einbruch rasch wettzumachen. Alles rechtzeitig zur Bundestagswahl.

Solche Gedankenspiele weist der Wirtschaftsminister weit von sich. Wann welche Öffnungen möglich werden, lasse sich natürlich noch nicht sagen, betont Peter Altmaier. Aber dass es mit der Wirtschaft bergauf gehe, das lasse sich nicht bestreiten. Der CDU-Mann hat am Dienstag die Frühjahrsprognose der Bundesregierung mitgebracht, sozusagen die amtlichen weiteren Aussichten. Danach könnte die Wirtschaft in diesem Jahr um 3,5 Prozent wachsen, und damit um einen halben Prozentpunkt mehr, als die Regierung noch im Januar erwartet hatte. Seinerzeit hatte sie ihre eigene Prognose wegen des Lockdowns massiv nach unten korrigiert: Im vorigen Herbst war Altmaier noch von 4,4 Prozent plus für dieses Jahr ausgegangen.

Die neuen Zahlen seien noch vorsichtig geschätzt, sie lägen in der Mitte des "Prognosespektrums", sagt Altmaier. Insgesamt zeige sich die Wirtschaft robust, vor allem die Industrie verzeichne viele Aufträge. Auch der Export helfe, ebenso die zusätzliche Nachfrage, die Konjunkturhilfen in diesem und im nächsten Jahr auslösen. Und lassen das Infektionsgeschehen und der Fortschritt bei der Impfung im Laufe des zweiten Quartals es zu, würden sich auch die Binnenwirtschaft und der private Konsum rasch erholen. Auch die Erwerbstätigkeit werde dann wieder anziehen; wobei der Arbeitsmarkt dank staatlicher Hilfen immer noch recht stabil ist. "Unsere Wirtschaft ist startklar für den Neustart", freut sich Altmaier. In diesem Jahr werde sie "die Trendwende endgültig schaffen".

Im kommenden Jahr setze sich das Wachstum fort, erwartet die Bundesregierung, dann mit 3,6 Prozent. Wann das alte Niveau wieder erreicht ist, darauf will sich Altmaier noch nicht festlegen. Es bestehe die Chance, dieses Niveau "etwas früher zu erreichen, als manche erwartet haben". Er selbst hatte das im Januar für die Mitte des Jahres in Aussicht gestellt. Seine Beamten halten das sogar schon Ende dieses Jahres für möglich. Dies wolle er sich "ausdrücklich" nicht zu eigen machen, sagt Altmaier. Soll schließlich im September keiner sagen können, er habe im April zu viel versprochen.

© SZ/shs
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