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Bilfinger:Ausverkauf

Bilfinger Berger

Bilfinger steckt seit Jahren in der Krise. 2015 meldete der Konzern einen Rekordverlust von fast einer halben Milliarde Euro.

(Foto: Ronald Wittek/dpa)

Der frühere Baukonzern trennt sich von seiner profitabelsten Sparte, um den Rest zu retten. Ob das gelingt, ist allerdings fraglich.

Von Karl-Heinz Büschemann

Der Bau- und Industriedienstleister Bilfinger leistet sich eine neue Volte in seiner Strategie. Das Geschäft des Traditionsunternehmens mit Gebäudedienstleistungen wird nach langem Hin und Her für 1,2 Milliarden Euro an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft. Gleichzeitig muss der Mannheimer Krisenkonzern eingestehen, dass der vor etwa einem Jahr verkündete Plan gescheitert ist, den Geschäftsbereich Power zu verkaufen, der sich mit dem Betrieb und der Wartung von Kraftwerken befasst. Dieses Geschäft soll jetzt nur noch in Einzelteilen verkauft werden. Damit kann sich der Konzern erst einmal nicht wie geplant auf den Bereich Industrie-Immobilien konzentrieren. Für den früheren Baukonzern heißt das aber: Er gibt sein bestes Geschäft ab, und das schlechteste, das im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Umsatz machte und dem gesamten Konzern einen Verlust von knapp einer halben Milliarde einbrachte, bleibt. Wegen des als sicher geltenden Verkaufs hatte Bilfinger die Zahlen des Kraftwerksgeschäfts schon 2015 nicht mehr in der Bilanz berücksichtigt. Jetzt müssen sie wieder aufgenommen werden. Die Aktionäre sehen die Entwicklung trotzdem positiv. Am Donnerstag schoss der M-Dax-Wert um mehr als sechs Prozent in die Höhe. Der schwedische Großaktionär Cevian, der etwa 26 Prozent der Aktien an dem Krisenunternehmen hält, hat nach langem Drängen aber sein Ziel erreicht, einen Teil des Konzerns zu verkaufen. Mit den Baudienstleistungen fallen etwa 2,6 Milliarden Euro Umsatz aus, etwa 22 000 Beschäftigte sind betroffen. Mit den beiden verbleibenden Geschäften kommt Bilfinger künftig auf einen Umsatz von etwa fünf Milliarden Euro und 40 000 Mitarbeiter.

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