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Bieterrennen um italienische Fluglinie:Alitalia-Verwaltungsrat favorisiert Air France-KLM

Der Aufsichtsrat der schwer angeschlagenen Fluglinie Alitalia hat am Freitag dem Übernahmeangebot von Air France-KLM den Vorzug vor dem des Mitbewerbers Air One gegeben. Nun ist die italienische Regierung am Wort.

Der Verwaltungsrat der angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia hat sich für das Übernahmegebot von Air France-KLM ausgesprochen. Durch einen solchen Zusammenschluss entstünden erhebliche Synergien, teilte Alitalia am Freitagabend nach mehrstündigen Beratungen mit.

Alitilia; dpa

Alitilia: Die Entscheidung über die Zukunft der Fluglinie soll im Januar fallen.

(Foto: Foto: dpa)

Zudem bleibe die Marke Alitalia bestehen und es seien langfristige Investitionen von 6,5 Milliarden Euro geplant. Die endgültige Entscheidung wird jedoch die italienische Regierung treffen - voraussichtlich im Januar.

Der Chef von Air France-KLM, Jean-Cyril Spinetta, begrüßte die Entscheidung des Verwaltungsrates am Abend. Ziel sei es, Alitalia nicht nur auf dem Heimatmarkt zu stärken, sondern auch das Geschäft im Ausland zu entwickeln, hieß es in einer kurzen Erklärung.

Schon vor Beginn der Gespräche war aus Kreisen zu erfahren gewesen, dass der Verwaltungsrat der Regierung empfehlen werde, exklusive Gespräche mit der französischen Fluggesellschaft aufzunehmen. Die italienische Regierung will ihren Anteil an Alitalia von 49,9 Prozent verkaufen.

Um Alitalia buhlt auch die regionale italienische Air One, deren Mutterkonzern den eigenen Plan nun nach Firmenangaben vom Freitag trotzdem der Regierung in Rom vorlegen will. Der Konzern erklärte, man betrachte das eigene Angebot nach wie vor als das bessere für Alitalia. Air-France-KLM will 0,35 Euro pro Aktie bezahlen und plant den Abbau von bis zu 1.700 Stellen.

Air One, die von der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo unterstützt wird, bietet einen Euro pro Aktie, will 5,3 Milliarden Euro investieren und 3.700 Arbeitsplätze abbauen. Das Air-One-Gebot wird von den Gewerkschaften und einigen Regionalpolitikern unterstützt.

Alitalia ist unter anderem deshalb interessant, weil die Airline bei der lukrativen Verbindung Mailand-Rom Marktführer ist. Die Deutsche Lufthansa hat sich gegen ein Angebot für die Italiener entschieden.

Die letzte Entscheidung über die Zukunft der staatlichen Fluggesellschaft trifft aber die italienische Regierung. Ein Beschluss wird im Januar erwartet.