Bierbranche "Die Goldkettchenzeiten sind vorbei"

"Das Thema Bier hat natürlich viel mit Emotionen zu tun. Bei den bayerischen Bieren schwingt immer auch ein Stück Lebensqualität mit", sagt Jeff Maisel.

(Foto: Peter Doerfel)

Jeff Maisel, Chef der gleichnamigen Weißbierbrauerei, spricht im Interview über die Imageprobleme deutscher Biermarken, den Trend zu Alkoholfreiem - und warum in Berlin plötzlich so viele Bayreuther Hell trinken.

Von Jan Schmidbauer und Felicitas Wilke

Zum Interview im Bayreuther Restaurant "Liebesbier" kommt Jeff Maisel im Jeep angedüst. Das Restaurant, das erst vor zwei Jahren geöffnet hat, ist direkt an die familieneigene Weißbierbrauerei angeschlossen. Erdinger oder Paulaner fehlen auf der Karte, stattdessen gibt es die Biere mittelständischer Brauereien, darunter Maisel's Weißbier. Bevor es losgeht, bestellt der Chef noch eins, alkoholfrei.

SZ: Herr Maisel, die Deutschen trinken jedes Jahr weniger Bier, viele Marken werden geradezu verschleudert. Müssen Sie bald auf Jobsuche gehen?

Jeff Maisel: Ich? Auf keinen ...

Wo ist hier das Bier, das nach Bier schmeckt?

Unsere Autorin ist das Münchner Helle gewöhnt und versteht den Hype um Craft Beer nicht. Eine Chance wollte sie dem kunstvollen Gesöff noch geben - und musste frühzeitig aufgeben. mehr... jetzt