Betriebsschließung:Versicherer zahlen doch

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Auf Druck der bayerischen Staatsregierung haben sich jetzt weitere Unternehmen dazu bereit erklärt, Schäden aus Betriebsschließungen zu zahlen. Eine gute Nachricht für Bäckereien, Hotels und Restaurants.

Von Friederike Krieger, Köln

Weitere Versicherer haben sich dem Kompromiss angeschlossen, der am Freitag in der umstrittenen Frage der Betriebsschließungs-Versicherung in München gefunden wurde. Zurich und Nürnberger wollen ihn ebenfalls umsetzen - und das nicht nur in Bayern, sondern bundesweit. Die Nürnberger geht von einem Schaden "im zweistelligen Millionenbereich" aus. Weitere Gesellschaften dürften folgen.

Die Weigerung einer Reihe von Versicherern, Schäden aus der Betriebsschließung bei Lebensmittelbetrieben, Hotels und Gaststätten wegen des Covid-19-Virus zu zahlen, hatte für große Empörung bei Kunden und Versicherungsmaklern gesorgt. Doch am Freitag haben sich das bayerische Wirtschaftsministerium, der Hotel- und Gaststättenverband Bayern und die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft mit den Versicherern Allianz, Versicherungskammer Bayern und Haftpflichtkasse auf eine Lösung geeinigt.

Die Versicherer stellen gemeinsam einen dreistelligen Millionenbetrag zur Verfügung. Damit sollen 10 bis 15 Prozent der in den Betriebsschließungspolicen vereinbarten Tagessätze gezahlt werden.

Konkret sieht die Rechnung dabei wie folgt aus: Durch staatliche Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld und Soforthilfen aus Bund und Land hat sich der Schaden eines Unternehmens im Durchschnitt um rund 70 Prozent reduziert. Von den verbleibenden 30 Prozent übernehmen die Versicherer ungefähr die Hälfte.

Vorausgegangen war ein erbitterter Streit. Während einige Versicherer wie Barmenia, HDI und Signal Iduna sich bereit erklärt hatten, die Schäden zu übernehmen, stellten sich andere quer. Sie verwiesen darauf, dass das Corona-Virus in den Bedingungen nicht genannt wird, dass die Betriebe nicht wegen einer konkreten Verseuchung, sondern aus präventiven Gründen schließen mussten oder dass Restaurants nach wie vor der Außer-Haus-Verkauf gestattet ist. In Bayern hatten Betroffene so laut Protest geschlagen, dass sich schließlich die Staatsregierung einschaltete.

"Die Allianz wird diese für Bayern gefundene Lösung bundesweit ihren Kunden im Bereich Hotels und Gaststätten anbieten, die eine Betriebsschließungsversicherung bei der Allianz abgeschlossen haben", sagte Dirk Vogler, Firmenkundenvorstand bei dem Versicherer. Konkret will der Versicherer 15 Prozent der vereinbarten Tagesentschädigung für maximal 30 Tage zahlen.

Bei Kliniken und Arztpraxen, die Betriebsschließungsversicherungen haben, stand nie in Frage, dass die Allianz auch bei Corona die volle versicherte Summe zahlt.

In einem separaten Schritt hat die Generali Deutschland einen Nothilfefonds über 30 Millionen Euro aufgelegt, "um Kunden, Geschäftspartner und andere Stakeholder zu unterstützen", so der Versicherer. Die Generali zählt neben Axa, R+V und Württembergischen zu den Versicherern, die für Betriebsschließungen nicht zahlen wollten.

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