Bestes Quartal aller Zeiten:Design, Qualität - und goldener Käfig

Designed in California

Apples Smartphones gehören zu den teuersten auf dem Markt, durchschnittlich 687 Dollar bezahlten Kunden im vergangenen Quartal für ein neues iPhone. Sie sind Objekte der Begierde, gelten als "das Echte", während Konkurrenten als Nachahmer gesehen werden. Doch gefertigt werden die Handys in denselben Fabriken von Foxconn in China, über deren Fließbänder auch die Geräte der Konkurrenz laufen.

Die Herstellungskosten unterscheiden sich also nur wenig, die Arbeitsbedingungen auch. Besonders Apple geriet deswegen stark in die Kritik, hat auch einiges unternommen. Das ändert aber nichts daran: iPhones werden zu kaum höheren Kosten produziert als Konkurrenzprodukte, aber zu weit höheren Preisen verkauft. Apple nutzt zudem auch viele Möglichkeiten, Steuern zu sparen.

Der goldene Käfig

Wie kommt Musik auf ein iPhone? Man kauft sie online im Apple-Store, lädt sie via Apples Programm iTunes von einem Computer aufs iPhone oder man bucht Speicherplatz bei Apple, lagert die gesamte digitalisierte Musiksammlung dort und greift übers Internet darauf zu. Der Speicher im iPhone wird zu klein? Pech gehabt - nachträgliche Erweiterung unmöglich. Also lieber gleich mehr Speicher nehmen, denken sich viele Kunden. Doch das ist unverhältnismäßig teuer. Während Speicherkarten zum nachträglichen Einstecken sehr günstig zu haben sind, verlangt Apple für mehr Speicher in derselben Größe ein Vielfaches.

All dies läuft auf dasselbe hinaus: Apple möchte, dass die Nutzer das Apple-Universum so wenig verlassen wie nur möglich und will bei möglichst vielen Erweiterungen mitverdienen. Wer dem folgt, wird damit belohnt, dass innerhalb des goldenen Käfigs alles komfortabel verfügbar ist (wenn man von der hoffnungslos überladenen iTunes-Software absieht). Doch das alles hat seinen Preis - und der ist stets hoch.

Die Qualität stimmt

Wer benutzt schon heute noch ein fast fünf Jahre altes Android-Smartphone? Kaum jemand. Wenn es nicht ohnehin längst defekt ist, liegt es meist irgendwo nutzlos herum. Es ist technisch hoffnungslos überholt. Updates für das Betriebssystem? Gibt es seit Jahren nicht mehr. iPhones dieses Alters dagegen sind noch bei vielen in Gebrauch. Nicht dass nicht auch Apple Probleme hätte: etwa mit den zwei Bedienknöpfen oder dass das Glas vor dem Bildschirm zersplittert, wenn das Handy ungünstig fällt oder wenn es nass wird. Aber viele iPhones halten doch erstaunlich lange durch. Und die jüngste Betriebs-Software lässt sich immerhin noch auf das iPhone 4s aus dem Jahr 2011 einspielen.

Apple kann das leisten, weil die Firma sowohl Hard- und Software kontrolliert, die Konkurrenten dürfen allenfalls aufhübschen, was sie von Google kriegen (Android) oder aber haben Mühe, die richtige Strategie für ihre Mobilsparte zu finden (Windows). Gerade bei ihrer Software hat Apple auch nicht immer ein glückliches Händchen. Der Kartendienst etwa ging so gründlich daneben, dass Firmenchef Cook dazu aufrufen musste, die App des Konkurrenten Google zu nutzen. Beim jüngsten Betriebssystem, iOS 8, legte ein fehlerhaftes Update sogar Geräte lahm.

Trotzdem gilt: Auch für ein vier Jahre altes iPhone bekommt man noch immer einen guten Preis, ein ebenso altes Android-Handy wird man dagegen kaum noch los.

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