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Bert Rürup:Wirtschaftsweiser wird ein "Strucki"

Wechsel mit Geschmäckle: Bert Rürup, maßgeblicher Rentenberater und Wirtschaftsweiser, geht zum Strukturvertrieb AWD.

Der Wirtschaftsweise Bert Rürup wird neuer Chef-Ökonom des Finanzmaklers AWD. Der Erfinder der staatlich geförderten "Rürup-Rente" werde verantwortlich für wirtschaftliche Analysen und für die Erschließung neuer Märkte für betriebliche und private Altersvorsorgeprodukte, teilte AWD am Donnerstag mit.

Bert Rürup: Theoretische und empirische Erkenntnisse für die Praxis.

(Foto: Foto: dpa)

Der Schwerpunkt werde zunächst auf den Märkten Russland und China liegen. Rürup ist seit März 2000 Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und seit 2005 dessen Chef. Er wurde im Januar für drei weitere Jahre an die Spitze des Expertengremiums gewählt.

"Noch etwas Neues beginnen"

Der gebürtige Essener lehrt Volkswirtschaft an der Technischen Universität Darmstadt. "Nach 40 Jahren in Universitäten und Wissenschaft wollte ich noch einmal etwas Neues beginnen", sagte Rürup. "Mir geht es darum, aktuelle theoretische und empirische Erkenntnisse einzubringen, um für die Menschen innovative und nutzbringende Lösungen in der Praxis mitzuentwickeln. AWD gibt mir diese Chance."

Rürup war in den vergangenen Jahren einer der wichtigsten Berater verschiedener Bundesregierungen in Fragen der Altersvorsorge. Auf seinen Rat hin ergänzte der Staat die Rente durch finanzielle Anreize, privat für das Alter vorzusorgen. Die nach ihm benannte Rürup-Rente ist ein Beispiel für ein solches Instrument. Auf der anderen Seite ist AWD unter anderem auf die Vermittlung von Altersvorsorgeprodukten an Millionen Deutsche spezialisiert.

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger bedauerte das bevorstehende Ausscheiden Rürups aus dem Sachverständigenrat. "Professor Rürup ist ein exzellenter Vorsitzender", sagte der Würzburger Ökonom der Rheinischen Post. "Daher bedauere ich sein Ausscheiden sehr. Er hat im Rat sehr integrierend gewirkt und inhaltlich die richtigen Schwerpunkte gesetzt."

© sueddeutsche.de/Reuters/pak/hgn
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