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Berlin-Brandenburg:Flughafen-Eröffnung 2015 wird immer unwahrscheinlicher

Berliner Haupststadtflughafen

Immerhin der Name steht schon: Flughafen Berlin Brandenburg

(Foto: dpa)

Im Sommer sollten die ersten Flieger zur Probe am Berliner Pannenflughafen starten. Doch selbst den Testbetrieb musste Flughafenchef Mehdorn nun absagen. Nach SZ-Informationen hat das Konsequenzen für die Eröffnung.

Von Jens Schneider, Berlin

Beim Bau des Berliner Flughafens BER gibt es einen neuen Rückschlag. Hartmut Mehdorn, der Chef der Flughafengesellschaft, hat einen für den Sommer geplanten Testbetrieb in einem Seitenflügel des neuen Hauptstadtflughafens abgesagt. Damit wird es nach SZ-Informationen weniger wahrscheinlich, dass der Flughafen 2015 eröffnet werden kann.

Mehdorn teilte die Absage des Probebetriebs in einem Brief an die Mitarbeiter der Gesellschaft mit, das Schreiben liegt der SZ vor. Als Grund nennt er mangelnde Unterstützung im Aufsichtsrat der staatlichen Betreibergesellschaft. Er warnt in dem Brief, dass ohne den Test "naturgemäß die Inbetriebnahmerisiken steigen".

Der Flughafen-Chef wollte eigentlich von Juli an mit bis zu sechs Flügen der Gesellschaft Germania am Nordpier einen Probebetrieb aufnehmen, um damit einen Großteil der Systeme und Abläufe im Terminal zu testen. Um die Vorbereitungen in die Wege zu leiten, brauchte er aber noch die Genehmigung des Aufsichtsrats. Er hatte dem Vernehmen nach versucht darauf hinzuwirken, dass das Gremium sich zu diesem Zweck bereits im Februar trifft. Die nächste Sitzung ist für April geplant.

"Ich habe nach intensiven Gesprächen mit unseren drei Gesellschaftern in den zurückliegenden Tagen den von uns angestrebten Echttest im BER-Nordpier abgesagt", heißt es in dem Brief. "Wir müssen konstatieren, dass wir für dieses Vorhaben nicht genügend Unterstützung finden konnten." Ein späterer Testbetrieb mache keinen Sinn.

Mehdorn bedauert in dem Schreiben, "dass wir diese Chance, die technischen Systeme und Prozesse in kleinem Maßstab vor der BER-Eröffnung durchzuchecken, nun verstreichen lassen". Man werde jetzt nach alternativen Testszenarien suchen.

© SZ vom 21.02.2014/sks

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