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BayernLB:Verfahren gegen Ex-Vorstand Gribkowsky eingestellt

Former Bayern LB banker Gribkowsky arrives at a district court in Munich

Verfahren eingestellt, weiter in Haft: Gerhard Gribkowsky.

(Foto: REUTERS)

Wer trägt die Schuld für die verhängnisvolle Übernahme der Hypo Alpe Adria? Der ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky nicht, sagt der Richter. Außerdem büße er für seinen Deal mit Formel-1-Chef Ecclestone bereits genug.

Im Prozess um den Milliardenverlust durch den Kauf der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria ist das Verfahren gegen einen der sieben Angeklagten eingestellt worden. Der ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkwosky könne von dem Prozess ausgenommen werden. Der Grund: Er verbüße bereits eine Haftstrafe von achteinhalb Jahren, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Eckert am Montag vor dem Landgericht München.

Gribkowsky war im Jahr 2012 wegen Bestechlichkeit verurteilt worden, weil er mehr als 40 Millionen Dollar von Formel 1-Chef Bernie Ecclestone angenommen hatte. Im Fall der Übernahme der Hypo Alpe Adria war Gribkowsky aus Sicht des Richters zudem keine treibende Kraft und habe sich nicht persönlich bereichert.

Das Verfahren gegen sechs weitere ehemalige Vorstände läuft hingegen weiter. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, beim Kauf der Hypo Alpe Adria im Jahr 2007 Risiken missachtet und einen viel zu hohen Preis bezahlt zu haben. In der vergangenen Woche musste Gribkowsky vor Gericht aussagen. Dabei stritt er Fehler ab. Der gesamte Vorstand sei beim Kauf der Bank hochprofessionell und gewissenhaft vorgegangen, sagte er: "Eine Maxime 'Kaufen um jeden Preis' bestand zu keinem Zeitpunkt."

© Süddeutsche.de/dpa/infu/jst/jab
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