Bayer Vergleich mit Xarelto-Klägern

Einen Ärger ist Bayer nun los. Im Fall des Gerinnungshemmers Xarelto einigten sich Bayer und sein US-Partner Janssen am Montag mit einer Vielzahl von Klägern auf einen Vergleich über insgesamt 775 Millionen Dollar. Die Kosten wollen sich beide Unternehmen teilen. Bayer geht davon aus, dass sein Anteil teilweise durch die Produkthaftpflichtversicherung abgedeckt werde. Der Vergleich werde nahezu alle der rund 25 000 anhängigen Klagen in den USA erfassen, teilte der deutsche Konzern am Montag mit. Bayer und Janssen können vom Vergleich zurücktreten, wenn eine bestimmte Mindestannahmequote unter den Teilnahmeberechtigten nicht erreicht wird. Zur Höhe der Quote und einer Frist für die Annahme wollte sich ein Sprecher nicht äußern. Bayer sei weiterhin überzeugt, dass die Klagen jeglicher Grundlage entbehren. Der Vergleich bedeutet daher auch nicht die Anerkennung einer entsprechenden Rechtspflicht. Die Kläger machten Xarelto für Blutungen bis hin zu Todesfällen verantwortlich. Bayer hat nach ihrer Einschätzung nicht angemessen vor den Risiken einer Behandlung mit dem Medikament gewarnt. Mehrere Fälle wurden bereits zugunsten der Konzerne entschieden.

Der Gerinnungshemmer ist das mit Abstand umsatzstärkste Medikament von Bayer. 2018 setzte der Konzern mit der Arznei gut 3,6 Milliarden Euro um. Xarelto wurde von Bayer und Janssen gemeinsam entwickelt und wird in den USA von der Johnson & Johnson-Tochter vermarktet. Gegen Bayer wurden in den USA Tausende Klagen eingereicht, allein mehr als 11 200 wegen Glyphosat.