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Bayer:US-Staranwalt soll im Glyphosat-Streit vermitteln

US-Staranwalt Kenneth Feinberg

Managte für General Motors bereits eine schwierige Rückrufaktion wegen Zündungsproblemen: US-Rechtsanwalt Kenneth Feinberg.

(Foto: AFP)
  • Der bekannte US-Anwalt Kenneth Feinberg soll im Glyphosat-Streit zwischen Bayer und den Anwälten der Kläger vermitteln.
  • Er soll einen Vergleich zwischen beiden Seiten in die Wege leiten.
  • Bayer jedoch weist Gesundheitsgefahren durch Glyphosat bei richtiger Anwendung nach wie vor vehement zurück.

Ein US-Richter hat im Glyphosat-Prozess den Staranwalt Kenneth Feinberg als Vermittler bestellt. Vince Chhabria, bei dem mehrere Hundert Klagen von Landwirten, Gärtnern und Verbrauchern gebündelt sind, drängt damit im Streit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter der Bayer-Tochter Monsanto immer stärker auf den Versuch einer gütlichen Einigung.

Der Mediator soll Gespräche zwischen Bayer und den Anwälten von Klägern über einen möglichen Vergleich leiten. Beide Seiten müssen Feinberg nun binnen zwei Wochen treffen, sagte Chhabria. Feinberg machte sich unter anderem in der Autobranche einen Namen, als er für General Motors eine schwierige Rückrufaktion wegen Zündungsproblemen managte. Die US-Regierung griff auch auf den Experten zurück, als es darum ging, den ausgeuferten Gehältern von Managern ethische Grenzen zu setzen.

Mittlerweile sind es schon drei Gerichtsschlappen für Bayer

Richter Chhabria hatte die Parteien bereits Mitte April aufgefordert, einen Mediator einzuschalten und angekündigt, einen zu bestellen, falls sie sich nicht einigen können. Bayer hatte kurz zuvor den zweiten Glyphosat-Fall in den USA verloren. Bei den beiden Urteilen waren Krebspatienten jeweils etwa 80 Millionen Dollar an Schadenersatz zugesprochen worden.

Mittlerweile sind es schon drei Gerichtsschlappen, die das Management um Bayer-Chef Werner Baumann zunehmend in Bedrängnis bringen. Die jüngste Niederlage geht mit einer Schadenersatzforderung der Geschworenen von etwa zwei Milliarden US-Dollar (1,8 Milliarden Euro) einher.

Bayer weist Gesundheitsgefahren durch Glyphosat bei richtiger Anwendung zurück und verweist auf zahlreiche wissenschaftliche Studien. Der Konzern hofft zudem auf günstigere Urteile von Berufungsrichtern in den nächsten Instanzen. Allerdings dürfte der Druck angesichts von mittlerweile 13 400 Klagen in den USA wachsen, eine außergerichtliche Einigungen zumindest in Betracht zu ziehen.

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