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Baubranche:Bodner über den schlechten Ruf der Manager

SZ: Der Mindestlohn hat aber in Ihrer Branche die Schwarzarbeit geradezu gefördert.

Bodner: Schwarzarbeit ist konkurrenzlos billig, und sie wird nicht auszurotten sein. Der Unterschied zwischen offizieller Arbeit und Schwarzarbeit liegt in den Steuern und Abgaben. Der springende Punkt sind die hohen Nebenkosten in Deutschland.

SZ: Neben der Schwarzarbeit ist die Scheinselbständigkeit ein großes Problem in Ihrer Branche.

Bodner: Es ist schwierig, Scheinselbständigkeit zu identifizieren, wenn alle Formalien in Ordnung sind. Irgendwann stellt sich dann vielleicht heraus, dass das von einem Vermittler organisiert wurde und dass der sogenannte Selbständige nur für ein Unternehmen arbeitet. Da wünsche ich mir schon, dass es mehr Durchsetzungswillen in der öffentlichen Verwaltung gibt. Wenn die Behörden innerhalb kürzester Zeit in einer Sache ein Dutzend Gewerbescheine ausstellen, kann ich mich nur wundern. Da muss doch ein Beamter hellhörig werden.

SZ: Der Ruf der Manager ist so schlecht wie schon lange nicht mehr. Stört Sie das?

Bodner: Natürlich stört mich das. Aber dass die Manager derzeit einen schlechten Stand in der Bevölkerung haben, ist kein Wunder angesichts einzelner Exzesse, die es zweifellos gegeben hat. Managerschelte kommt auch im Wahlkampf gut an, wie man sieht. Nahezu kein Politiker lässt es in seinen Reden aus, auf die Manager zu schimpfen. Das ist schlecht und schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland.

SZ: Was wünschen Sie sich von der neuen Bundesregierung?

Bodner: Die Politik sollte sich endlich entschlossen dem Bürokratieabbau widmen. Seit Jahren kündigt sie das an. Stattdessen schafft sie aber immer wieder neue, unnötige Gesetze, die der Wirtschaft zusätzliche Kosten aufbürden.

SZ: Zum Beispiel?

Bodner: Nehmen Sie das seit 1. Januar 2009 geltende Bauforderungssicherungsgesetz. Es ist völlig wirklichkeitsfremd, dass neuerdings Einnahmen immer nur für ein bestimmtes Projekt verwendet werden dürfen. Wenn ein Handwerker also vom Kunden A Geld bekommt, um Gips zu kaufen, darf er davon nicht etwas für den Kunden B kaufen und intern verrechnen. Damit soll das Geld im Insolvenzfall abgesichert werden. Für die Unternehmen bedeutet dies eine enorme zusätzliche Belastung der Liquidität - und das mitten in der Finanzkrise. Hinzu kommt eine Liquiditätsbuchhaltung, die mit großem Aufwand aufgebaut werden müsste. So ein Unfug

SZ: Der Ruf der Manager ist so schlecht wie schon lange nicht mehr. Stört Sie das?

Bodner: Natürlich stört mich das. Aber dass die Manager derzeit einen schlechten Stand in der Bevölkerung haben, ist kein Wunder angesichts einzelner Exzesse, die es zweifellos gegeben hat. Managerschelte kommt auch im Wahlkampf gut an, wie man sieht. Nahezu kein Politiker lässt es in seinen Reden aus, auf die Manager zu schimpfen. Das ist schlecht und schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland.

SZ: Was wünschen Sie sich von der neuen Bundesregierung?

Bodner: Die Politik sollte sich endlich entschlossen dem Bürokratieabbau widmen. Seit Jahren kündigt sie das an. Stattdessen schafft sie aber immer wieder neue, unnötige Gesetze, die der Wirtschaft zusätzliche Kosten aufbürden.

SZ: Zum Beispiel?

Bodner: Nehmen Sie das seit 1. Januar 2009 geltende Bauforderungssicherungsgesetz. Es ist völlig wirklichkeitsfremd, dass neuerdings Einnahmen immer nur für ein bestimmtes Projekt verwendet werden dürfen. Wenn ein Handwerker also vom Kunden A Geld bekommt, um Gips zu kaufen, darf er davon nicht etwas für den Kunden B kaufen und intern verrechnen. Damit soll das Geld im Insolvenzfall abgesichert werden. Für die Unternehmen bedeutet dies eine enorme zusätzliche Belastung der Liquidität - und das mitten in der Finanzkrise. Hinzu kommt eine Liquiditätsbuchhaltung, die mit großem Aufwand aufgebaut werden müsste. So ein Unfug