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Bau - Schwerin:Großspende für Staatliches Museum Schwerin

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Das Staatliche Museum. Foto: Danny Gohlke/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Schwerin (dpa/mv) - Das Staatliche Museum Schwerin will mit Hilfe einer Fünf-Millionen-Euro-Spende der Dorit & Alexander Otto Stiftung (Hamburg) das Galeriegebäude aus dem 19. Jahrhundert modernisieren und die Ausstellungsfläche vergrößern. Das Land gibt 1,25 Millionen Euro dazu, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag bei der Vertragsunterzeichnung mit Alexander Otto in Schwerin sagte. Von 2021 bis 2023 sollen ein neues Treppenhaus angebaut, Depots in Ausstellungsräume umgewandelt, der Eingangsbereich neu gestaltet und die Gastronomie verbessert werden.

Während der Bauarbeiten wird das Museum von Mai 2021 bis August 2023 geschlossen, wie Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) sagte. Diese Zeit soll mit externen Ausstellungen überbrückt werden. Das Staatliche Museum Schwerin ist vor allem für seine Sammlung niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts bekannt, beherbergt aber auch eine der weltweit größten Kollektionen von Werken Marcel Duchamps (1887-1968).

Alexander Otto gehört zur Versandhaus-Familie Otto und führt die ebenfalls im Familienbesitz befindliche Firma ECE. Diese betreibt unter anderem Shoppingcenter - zum Beispiel das Schlosspark-Center in Schwerin, eines der größten seiner Art in Mecklenburg-Vorpommern. ECE soll auch die Projektsteuerung für die Modernisierung des Staatlichen Museums übernehmen.

Er habe sich vor 25 Jahren um die Entwicklung des Schlossparkcenters gekümmert und dabei die Stadt kennengelernt, sagte Otto. "Ich habe das Museum häufig besucht, weil ich ein großer Verehrer der holländischen Meister bin und ihnen hier sehr viel Raum gewidmet wird." Dabei sei ihm aufgefallen, dass verschiedene Ausstellungsbereiche nicht mehr der Bedeutung des Museums gerecht würden.

Mit seiner Spende wolle er helfen, das Haus aufzuwerten, um damit das Kunsterlebnis zu verbessern und die Besucherzahlen zu steigern. Das Staatliche Museum Schwerin hatte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben gut 40 000 Besucher und verzeichnete damit das beste Ergebnis nach 2011. Auch Finanzminister Meyer hält eine Steigerung der Besucherzahl für angezeigt: "Da ist Luft nach oben."

Die geplanten Arbeiten für das anzubauende Treppenhaus finden in einem sensiblen Umfeld statt: Das Staatliche Museum gehört zur Kernzone des Schweriner Residenzensembles, für das 2023 bei der Unesco der Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste eingereicht werden soll. Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) sagte, beim Umbau müssten die Werte des 19. Jahrhunderts erhalten werden, damit die Gremien der Unesco das mittragen könnten.

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