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Bau - Oranienbaum-Wörlitz:Große Baustellen in Sachsen-Anhalt

Magdeburg (dpa/sa) - Die eine Baustelle kommt, die andere geht - und an manchen Dauerbrenner hat sich der Sachsen-Anhalter schon gewöhnt. Eine Auswahl an großen Projekten, die in diesem Jahr auf Straßen und Schienen laufen und welche Behinderungen sie mit sich bringen.

AUFATMEN IN ANHALT: Los geht es mit guten Nachrichten für Autofahrer, die regelmäßig auf der Autobahn 9 unterwegs sind. Die Baustellen zwischen Droyßig und Weißenfels sowie zwischen Dessau-Ost und Coswig mit einer Vollsperrung der Abfahrt Vockerode neigen sich dem Ende zu. Am 17. Januar sollen beide Strecken wieder frei sein, wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte. Auf den fast acht Kilometern bei Dessau-Roßlau sowie den knapp zwei Kilometern bei Weißenfels wurde zuletzt die von Betonkrebs betroffene Straßendecke ausgetauscht. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es auch ein bisschen, zumindest im Fall von Dessau: Hier geht die grundhafte Sanierung der Fahrbahn bald weiter, nur in einem neuen Abschnitt.

AUSPLANEN IN DER ALTMARK: Ob sie jemals fertig wird? Das fragen sich bei der Nordverlängerung der Autobahn 14 viele. Doch nach Angaben von Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) ist Licht am Horizont. Wenn alles gut läuft, könnte Ende des Jahres für alle Abschnitte Baurecht vorliegen. Derzeit gebe es noch keinen Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Magdeburg-Colbitz, er werde aber für 2020 erwartet, sagte er dem Sender MDR Sachsen-Anhalt. Dieser Abschnitt soll unter anderem mit einer Brücke über den Mittellandkanal führen.

Auf den anderen Abschnitten geht es laut Minister voran: Zwischen Colbitz und Tangerhütte soll dieses Jahr der Verkehr rollen. Der sich Richtung Norden anschließende Abschnitt bis Lüderitz soll ein Jahr später fertig werden. Von dort aus soll ab 2021 auch der Trassenbau bis Osterburg starten. Sachsen-Anhalt ist mit den Bauarbeiten in Verzug. 2025 soll das rund eine Milliarde Euro teure Bauprojekt abgeschlossen sein. Dann soll der Verkehr auf der A14 vom sächsischen Nossen über Leipzig, Halle und Magdeburg bis an die Ostsee durchgängig rollen können.

DURCHFAHREN IN MAGDEBURG: Apropos Dauerbaustelle. In Magdeburg wird immer noch der Citytunnel am Hauptbahnhof gebaut, dabei sollte er eigentlich mal im Oktober 2019 fertig sein. Doch es musste umgeplant werden. Nicht nur Autos, sondern auch Straßenbahnen mussten deshalb jahrelang Umwege in Kauf nehmen. Zumindest für die Tram soll sich das ändern. Er hoffe, dass die Straßenbahnen ab August durch die Baustelle fahren könnten, sagt Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD). Dafür muss die Tunneldecke fertig werden. Danach geht es auf der Innenstadtseite mit dem Ausbaggern des Tunnels weiter.

Der soll, wenn er mal fertig ist, den Autoverkehr unterirdisch am ebenerdigen Betrieb mit Straßenbahnen, Fußgängern und Radfahrern vorbeiführen. Wann genau das sein wird, ist offen. Und auch, was es kostet, ist derzeit nicht klar. Weil die geplante Bauzeit überschritten wurde, müssen Stadt und Deutsche Bahn derzeit neu mit den Baufirmen über Preise verhandeln, so Trümper. Letzter Stand waren 139 Millionen Euro, doch die Baupreise steigen. "Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass es nicht bei dieser Summe bleibt."

DRÜBERFAHREN ÜBER DIE ELBE: In Magdeburg sollen endlich die Arbeiten für eine neue Brücke über die Elbe beginnen. Der Strombrückenzug soll laut Stadtverwaltung Ende 2023 fertig sein. Kosten: Mindestens 93 Millionen Euro. Eigentlich wollte Magdeburg schon mitten im Bautrubel sein, aber ein Streit zwischen zwei Bietern um den Zuschlag für das Großprojekt verzögerte die Pläne um zwei Jahre. Die neue Brücke soll künftig die bestehende Strombrücke verlängern und den Verkehr schneller fließen lassen.

Bisher führt der über die historische Anna-Ebert-Brücke, die wegen schwerer Flutschäden abgestützt werden muss. Der neue Brücke führt die Autos an der historischen Brücke vorbei. Die Bauarbeiten sorgen vorerst nicht für Verkehrsbehinderungen, so Trümper.

ZUSAMMENRÜCKEN AUF DER A2: Die Autobahn 2 gilt schon jetzt als Staufalle, doch für Autofahrer droht noch größeres Ungemach: In Fahrtrichtung Hannover wird die Fahrbahn voraussichtlich ab Mai zwischen Magdeburg-Rothensee und dem Kreuz Magdeburg grundlegend saniert. Bis Dezember müssen sich dann beide Fahrtrichtungen die Fahrbahn in Richtung Berlin teilen. Aus zwei Mal drei Fahrspuren werden zwei Mal zwei. Laut Verkehrsministerium geht es um 4,4 Kilometer und 16 Millionen Euro. Die Arbeiten an der A2-Elbebrücke Lostau nördlich von Magdeburg dürften noch länger dauern: Die Stahlkonstruktion muss erneuert werden. In Fahrtrichtung Hannover wird es voraussichtlich ab Mai für 15 Monate nur zwei statt drei Spuren geben. Kostenpunkt: 3 Millionen Euro.

UMFAHREN IM BURGENLANDKREIS: Nach jahrelangen Verzögerungen soll Ende des Jahres tatsächlich der Bau der Ortsumfahrung Bad Kösen, auch B87n genannt, im Burgenlandkreis starten. Seit einiger Zeit laufen laut Verkehrsministerium bereits die Vorbereitungen. Die Umgehung für den Naumburger Ortsteil Bad Kösen soll rund 117 Millionen Euro kosten und 13,3 Kilometer lang sein. Der Bau war lange geplant, verzögerte sich mehrfach und bekam zuletzt eine neue Priorität: Sachsen-Anhalt meldete den Bau als Sofortprojekt beim Bund an, um den Strukturwandel in der Braunkohleregion im Süden Sachsen-Anhalts zu unterstützen.

DER BAHNKNOTEN KÖTHEN: Seit Sommer ist sie für viele Bahnpendler in Sachsen-Anhalt ein besonders großes Ärgernis: die Großbaustelle in Köthen. Wer zwischen Magdeburg und Halle unterwegs ist, kann nur alle zwei Stunden ohne Umsteigen den Intercity nutzen. Nutznießer sind hingegen Menschen in Bitterfeld und Dessau, denn wegen der gesperrten Strecke über Köthen hält der Intercity auf seinem Umweg stündlich dort. Allerdings sollte damit schon Mitte Dezember Schluss sein. Doch Probleme mit dem Baugrund verlängern die Arbeiten. Am 1. April soll die Strecke vorerst wieder frei sein. An diesem Plan habe sich nichts geändert, hieß es von der Deutschen Bahn in Leipzig.