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Chemiekonzern:BASF kassiert Jahresziele - Aktie sackt ab

BASF-Standort bei Basel

BASF macht vor allem die schwächelnde Autoindustrie zu schaffen, insbesondere in China.

(Foto: REUTERS)
  • BASF hat Probleme: Nach dem angekündigten Stellenabbau rechnet der Konzern jetzt auch mit einem Ergebniseinbruch.
  • Der Aktienkurs der Chemiefirma sackte unmittelbar nach Börsenöffnung ab. Das Minus beträgt zwischenzeitlich mehr als sechs Prozent.

Der Chemiekonzern BASF bangt um seine Jahresziele. Nach einem schwachen zweiten Quartal hat das Ludwigshafener Unternehmen am Montagabend seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2019 drastisch gesenkt. Der Vorstand rechnet mit einem Ergebniseinbruch von bis zu 30 Prozent. Bislang war der Konzern noch von einem Zuwachs von einem bis zehn Prozent ausgegangen, wobei der Vorstand das untere Ende der Spanne bereits als realistischer eingeschätzt hatte.

Der Aktienkurs reagierte am Dienstagmorgen prompt: Unmittelbar nach Eröffnung des Handels sackte die BASF-Aktie um zwischenzeitlich mehr als sechs Prozent ab. Wenig später pendelten sich die Verluste bei knapp über fünf Prozent ein.

Vor allem die Autoindustrie macht BASF zu Schaffen

Bei der Begründung der schlechten Zahlen verweist BASF auf die Verlangsamung des weltwirtschaftlichen Wachstums und der Industrieproduktion vor allem infolge der Handelskonflikte. Dem Konzern macht vor allem die schwächelnde Autoindustrie zu schaffen, insbesondere in China.

Vorstandschef Martin Brudermüller hatte bis zuletzt auf eine leichte Erholung des Geschäfts mit der Autoindustrie gerechnet, die mit einem Umsatzanteil von knapp 20 Prozent die größte Kundengruppe von BASF ausmacht. Das Unternehmen hatte an dieser Erwartung sogar noch dann festgehalten, als BASF im Bereich Coatings, der unter anderem Fahrzeug- und Autoreparaturlacke herstellt, den Abbau von 200 Stellen am Standort Münster angekündigt hatte - und das mit dem schwierigen Marktumfeld in der Automobilindustrie begründete.

BASF hatte Ende Juni angekündigt, weltweit 6000 der 122 000 Stellen streichen zu wollen. Die Hälfte davon entfällt auf Deutschland, vor allem die Verwaltung soll verschlankt werden. Der Jobabbau ist Teil eines Sparprogramms, das Brudermüller bereits im November angekündigt hatte und das ab Ende 2021 einen Ergebnisbeitrag von jährlich zwei Milliarden Euro bringen soll.

© SZ.de/rtr/vit
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