BASF will seine Agrarsparte in Frankfurt an die Börse bringen. Das Agricultural-Solutions-Geschäft solle bis 2027 börsenreif gemacht werden, teilte der Chemiekonzern am Dienstag in Ludwigshafen mit. Derzeit würden die Geschäfte in jedem Land in eigene rechtliche Einheiten ausgegliedert. Das werde bis Anfang 2027 dauern, in Nordamerika sei es bereits vollzogen. Dach des börsennotierten Unternehmens soll eine europäische Aktiengesellschaft, eine SE, werden. BASF wolle auch nach dem Börsengang Mehrheitsaktionär bleiben „und dafür eine marktübliche Corporate-Governance-Struktur etablieren“, hieß es in der Mitteilung. Vorstandschef Markus Kamieth hatte den Börsengang bereits angekündigt.
„Das geplante Listing unseres Agricultural Solutions-Geschäfts wird der nächste entscheidende Schritt sein, um zusätzlichen Wert für unsere Aktionäre zu erschließen“, sagte Kamieth der Mitteilung zufolge. Zum 1. Mai 2026 bekommt die SE einen eigenständigen Vorstand, der von Livio Tedeschi geführt werden soll. Der 54-jährige Italiener leitet die Sparte bereits seit 2022 und rückt - ebenfalls im Mai 2026 - in den BASF-Konzernvorstand auf. Für das Finanzressort des Agrargeschäfts holt der Konzern Sascha Bibert, 50, vom Stahlrohr-Hersteller Vallourec.
Im Geschäftsjahr 2024 setzte die Agrarsparte nach BASF-Angaben 9,8 Milliarden Euro um. Das operative Ergebnis brach um 13 Prozent auf 984 Millionen ein. Das Agrargeschäft zählt schon eine Weile nicht mehr zum Kerngeschäft, sondern wird als Standalone Business geführt. Kamieth hatte die Strategie im September 2024 vorgestellt. BASF wolle diesen Geschäftszweigen damit mehr strategische und operative Flexibilität geben, hieß es damals, damit sie den spezifischen Anforderungen der Märkte, in denen sie tätig sind, begegnen können.
