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Bankenregulierung:Die große Lücke

Spareinlagen sind in Europa gesetzlich geschützt. Wie neue Zahlen der Aufsicht zeigen, sind die nötigen Sicherungstöpfe aber längst noch nicht ausreichend gefüllt.

Spätestens seit in Südeuropa wieder Banken wackeln, ist die Sicherheit der Spareinlagen erneut ein Thema. Geht es nach der EU-Kommission, soll ein europaweites System daher helfen, das Vertrauen wiederherzustellen - indem alle füreinander haften. In Deutschland stößt das auf Widerstand. Nach Ansicht der Sparkassen kommen die Pläne einer "Plünderung" der deutschen Einlagensicherung gleich. Doch wie ist es tatsächlich bestellt um die Absicherung der deutschen Sparer?

Wie neue Zahlen der Europäischen Bankenaufsicht EBA zeigen, müssen allen voran Italien, Spanien, Frankreich, aber auch Deutschland, ihre Sicherungseinrichtungen in den kommenden Jahren noch um viele Milliarden auffüllen, um die europäischen Anforderungen zu erfüllen. Schon lange sind zwar Spareinlagen bis 100 000 Euro je Kunde und Kreditinstitut gesetzlich geschützt. Da die dafür notwendigen Sicherungstöpfe der Banken jedoch immer eher schwach gefüllt waren, hat Brüssel die Regeln verschärft: Bis 2024 müssen die Töpfe 0,8 Prozent der abgesicherten ("gedeckten") Spareinlagen enthalten. Dieses Ziel haben den Zahlen zufolge bislang jedoch nur Norwegen, Schweden, Finnland sowie Tschechien, Polen und Rumänien erreicht. Die Sicherungseinrichtungen der deutschen Banken hingegen sind noch weit entfernt von einem vorbildlichen Zustand: Mit 5,6 Milliarden Euro sind sie absolut gesehen zwar vergleichsweise gut gefüllt. Allerdings entspricht das nur 0,34 Prozent der gedeckten Spareinlagen, wie die Beratung Barkow Consulting auf Basis der EBA-Zahlen berechnet hat. In die Sicherungssysteme zahlen die Banken jährlich Beiträge. Ist ein Institut pleite, werden die Kunden entschädigt.

Deutschlands Sparer sind im EU-Vergleich bislang eher schlecht geschützt

Unter den verschiedenen Bankengruppen weisen derzeit die Sparkassen die beste Abdeckung auf. In ihrem Topf befanden sich zum Jahresende 2016 bereits 2,6 Milliarden Euro und damit 0,39 Prozent der in Rede stehenden Einlagen. Die Töpfe der privaten Banken und der Volksbanken sind nicht ganz so gut gefüllt, so die Analyse von Barkow Consulting. Im Vergleich zu den Versprechen der drei Bankengruppen sind die Rücklagen jedoch ohnehin gering. So versprechen Privatbanken, Sparkassen und Volksbanken Privatanlegern quasi unbegrenzten Schutz ihrer Einlagen.

Immerhin aber herrscht nun Transparenz: Noch vor wenigen Jahren waren diese Angaben - zumindest in Deutschland - eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Banken. Aus Angst, die Kunden zu verschrecken, hielt man die Zahlen besser zurück. Die EBA will die Daten nun jährlich veröffentlichen.