Banken Trumps Geld

US-Präsident Donald Trump bei einer Rede diese Woche in Minnesota. Ein Ausschuss untersucht derzeit seine Finanzen.

(Foto: Adam Bettcher/AFP)

Die Deutsche Bank und andere Geldinstitute sollen vor den Finanzausschuss im Repräsentantenhaus Auskunft über die Finanzen des US-Präsidenten geben.

Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus fordern von der Deutschen Bank und anderen Geldinstituten Auskunft über die Finanzen von US-Präsident Donald Trump. Dabei geht es auch um die Frage, ob Trump im Wahlkampf Hilfe aus Russland bekommen hat. "Die mögliche Benutzung des amerikanischen Finanzsystems für gesetzeswidrige Zwecke ist ein ernsthaftes Vergehen", sagte die Vorsitzende des Finanzausschusses im Repräsentantenhaus, Maxine Waters, am Montag in Washington. Der Ausschuss untersuche diese Angelegenheiten so gründlich wie möglich und gehe auch der Frage nach, ob Trump und seine Mitarbeiter darin verwickelt sein könnten.

Die Vorladung wird auch vom Geheimdienstausschuss mitgetragen, der ebenfalls von den Demokraten kontrollierte wird. Dessen Vorsitzender Adam Schiff erklärte, die Vorladungen seien Teil der Untersuchungen zu einer möglichen ausländischen Einflussnahme auf die amerikanische Politik. Im Falle der Deutschen Bank handele es sich um eine "freundliche Vorladung", sagte Schiff. Bislang habe Deutschlands größtes Geldhaus kooperativ mit den beiden Ausschüssen zusammengearbeitet. Er setze darauf, dass die Deutsche Bank der Aufforderung nachkommen werde. Eine Sprecherin des Instituts sagte, man sei einem "produktiven Dialog" verpflichtet. Von Trumps Anwälten war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Deutsche Bank hatte Trump vor seiner Präsidentschaft hohe Kredite gewährt. Viele andere Institute hatten ihm kein Geld mehr geliehen. Laut einem Dokument aus 2018 schuldet Trump der Deutschen Bank Trust Company Americas mindestens 130 Millionen Dollar.

Die Demokraten haben seit Januar die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Die demokratischen Ausschussvorsitzenden können dank der geänderten Mehrheitsverhältnisse nun Informationsersuchen oder sogar formelle Vorladungen von Zeugen aussprechen, ohne auf die Kooperation der Republikaner angewiesen zu sein.