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Banken:Neue Spionage-Vorwürfe

FILE PHOTO: Logo of Swiss bank Credit Suisse is seen Zurich

Die Schweizer Bank behauptet, sie wisse nichts von einem zweiten Überwachungsfall.

(Foto: Arnd Wiegmann/Reuters)

Die Spitzel-Affäre bei der Credit Suisse weitet sich aus.

Als im September aufflog, dass die Schweizer Großbank Credit Suisse ihren ehemaligen Topmanager Iqbal Khan beschatten ließ, war der Schaden für das Institut immens. Eine interne Untersuchung ergab zwar, dass Verwaltungsratspräsident Urs Rohner und Konzernchef Tidjane Thiam von der Überwachung nichts gewusst hätten. Doch wurde Pierre-Olivier Bouée, Vorstandsmitglied und Vertrauter Thiams, als Verantwortlicher ausgemacht und trat daraufhin zurück.

Nun weitet sich die Affäre aus: Nach Recherchen der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) ist Khan, einst Chef der Vermögensverwaltung der Credit Suisse und heute Mitglied in der Konzernleitung der Rivalin UBS, nicht der einzige Top-Banker, der von der Credit Suisse beschattet wurde. Das Blatt konnte Unterlagen einsehen, die darauf hindeuten, dass die Bank im vergangenen Februar auch Peter Goerke, damals oberster Personalchef und Mitglied der Konzernleitung, überwachen ließ. Vier Tage nach dem Ende der dreitägigen Beschattung verkündete die Credit Suisse, dass Goerke die Konzernleitung verlassen und Senior Advisor der Bank werde. Die neuen Enthüllungen legen damit nahe, dass die Beschattungsaffäre um Iqbal Khan doch kein "isolierter Einzelfall" war, wie es die Konzernleitung der Credit Suisse im Nachgang dargestellt hatte.

In einer Stellungnahme gegenüber der NZZ erklärte die Bank, dass die Untersuchung der Affäre Khan keinerlei Hinweise darauf geliefert habe, dass neben Khan noch weitere Mitarbeiter der Credit Suisse beschattet wurden. "Dieser Punkt ist heute, zweieinhalb Monate nach der Untersuchung (...) erstmals aufgekommen." Nach der Veröffentlichung der Recherchen kündigte ein Sprecher der Credit Suisse am Dienstag an, dass die Bank eine Untersuchung zu dem möglichen zweiten Überwachungsfall einleiten werde.

© SZ vom 19.12.2019 / iff
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