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Banken:HSBC baut 35 000 Stellen ab

Europas größte Bank setzt auf einen drastischen Sparkurs. Ein Sechstel der Stellen soll mittelfristig wegfallen. Damit folgt die britische Großbank dem Beispiel vieler Konkurrenten.

Auch die größte Bank Europas reagiert auf die fundamentalen Veränderungen in der Branche und verordnet sich einen ambitionierten Sparkurs. Ein Sechstel der Stellen solle mittelfristig wegfallen, gab die britische HSBC zur Präsentation ihrer Jahreszahlen bekannt. Den Plänen zufolge will die Bank das Geschäft in Europa und den USA verkleinern und Teile des Investmentbankings in diesen Regionen zurückfahren. Das Geschäft in Asien, wo HSBC die meisten Erträge erwirtschaftet, soll dagegen ausgebaut werden. Von derzeit 235 000 Stellen könnten bis zu 35 000 wegfallen, kündigte Konzernchef Noel Quinn an. Im Herbst war noch von 10 000 Jobs die Rede.

HSBC reiht sich mit der Spar-Strategie ein in die Riege der Geldhäuser, die sich groß angelegte Umbaupläne verordnen. In der Regel - mit der Deutschen Bank als drastischem Beispiel - geht das mit dem Abbau Tausender Stellen einher. Deutschlands größte Bank baut derzeit ein Fünftel der Belegschaft ab und zieht sich aus unprofitablen Geschäften zurück. In ähnlicher Weise will auch HSBC die Kosten um mehrere Milliarden Euro senken. Im vergangenen Jahr verdiente HSBC 13,3 Milliarden Euro, ein Drittel weniger als 2018. Im Wesentlichen begründete die Bank das mit bereits angefallenen Kosten für den Konzernumbau. Bereinigt um diese Sondereffekte legte der Konzerngewinn um etwa fünf Prozent auf 22,2 Milliarden Euro zu.

Die deutsche Tochter HSBC Trinkaus & Burkhardt mit Sitz in Düsseldorf verdiente 144,8 Millionen Euro, gut 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich warnte die Bank mit Blick auf 2020, die schwierige Lage der Exportwirtschaft werde das Ergebnis weiter belasten. Die Tochter hat sich bereits ein Sparprogramm verordnet, mit dem sie die Kosten bis 2021 um zehn Prozent senken will. Dabei soll wohl bis auf Weiteres bleiben.

© SZ vom 19.02.2020
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