Banken:Bafin prüft Whatsapp-Nutzung

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat eine Reihe heimischer Banken dazu befragt, inwieweit Mitarbeiter private Kommunikationsmittel wie Whatsapp für geschäftliche Zwecke nutzen. Das berichtet Bloomberg News unter Berufung auf mehrere informierte Personen.

Die Behörde will sich demnach eine erste Übersicht über das Thema verschaffen. Bislang bekannt war, dass sich die Bafin die Verwendung privater Chat-Dienste bei der Deutschen Bank ansieht. Doch offenbar geht das Einholen von Informationen durch die Behörde über die größte Bank des Landes hinaus.

Aufseher stören sich daran, dass es bei der Nutzung von Whatsapp, Signal und ähnlichen Diensten passieren kann, dass die Banken keinen Zugriff auf die geschäftliche Kommunikation haben und diese zudem von Mitarbeitern gelöscht werden kann. Unter Umständen muss Schriftverkehr aber wegen Compliance-Regeln archiviert werden. Die Deka-Bank hatte laut Bloomberg erst vergangene Woche ihre Mitarbeiter in einem Rundschreiben daran erinnert, dass die Nutzung privater Nachrichtendienste im Rahmen der geschäftlichen Kommunikation unbedingt unterbleiben müsse. Ein Sprecher der Sparkassen-Tochter bestätigte Bloomberg die Existenz des Schreibens.

Auch in den USA, wo mehrere Banken betroffen sind, laufen Untersuchungen der dortigen Regulierer zur Nutzung nicht genehmigter Kommunikationsmittel. Morgan Stanley erklärte im Juli, man erwarte in der Sache eine Geldbuße von 200 Millionen Dollar. Genau diese Summe hatte zuvor schon der Wettbewerber JPMorgan Chase & Co. zahlen müssen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema