BankenDeutsche Bank einigt sich überraschend mit Ex-Manager

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Schon wieder schließt die Deutsche Bank einen Vergleich mit einem ehemaligen Manager. In den aktuellen Fällen machen die Kläger zusätzlich Druck auf Vorstandschef Christian Sewing,
Schon wieder schließt die Deutsche Bank einen Vergleich mit einem ehemaligen Manager. In den aktuellen Fällen machen die Kläger zusätzlich Druck auf Vorstandschef Christian Sewing,
Florian Wiegand/dpa

Wenige Tage vor dem geplanten Prozess hat die Deutsche Bank einen millionenschweren Streit mit einem Ex-Manager beigelegt. Die Einigung reiht sich in eine Serie teurer Vergleiche ein und dürfte bei Aktionären Fragen aufwerfen.

Von Meike Schreiber, Frankfurt

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Wenige Tage vor Beginn eines mit Spannung erwarteten Gerichtsprozesses hat die Deutsche Bank einen millionenschweren Schadenersatzstreit außergerichtlich beigelegt. Ein ehemaliger Manager, der die Bank verklagt hatte, habe seine Klage zurückgezogen, teilte das Gericht am Montag mit. Ein Sprecher der Bank bestätigte die Einigung, nannte jedoch keine Details dazu, wie viel das Unternehmen bezahlt hat. Der Vergleich werde im dritten Quartal 2026 nur einen geringen finanziellen Effekt haben. Dass die Einigung überhaupt Auswirkungen auf das Quartalsergebnis der größten deutschen Bank hat, deutet allerdings darauf hin, dass es nicht um Kleckerbeträge geht. Ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter, der in diesem Zusammenhang geklagt hatte, soll laut einem Bericht des Handelsblatts bereits mit der enormen Summe von 35 bis 45 Millionen Euro abgefunden worden sein. In diesem Fall hatte die Deutsche Bank bereits zu Jahresbeginn einen Vergleich geschlossen.

Im Kern forderten die Kläger Schadenersatz, weil sie sich von der Bank wegen mutmaßlich krummer Geschäfte aus der Finanzkrise zu Unrecht an den Pranger gestellt sahen. Der ehemalige Mitarbeiter, der die Bank in Frankfurt verklagt hatte, hatte ursprünglich 152 Millionen Euro gefordert. Er warf dem Institut vor, seiner Karriere geschadet zu haben. Weitere ehemalige Manager, darunter Ex-Vorstand Michele Faissola, fordern in ähnlichen Verfahren insgesamt rund 700 Millionen Euro. Der erste Verhandlungstag war für diesen Donnerstag anberaumt.

Der Vergleich dürfte nun vor allem bei den Aktionären der Bank Fragen aufwerfen. Bereits auf der Hauptversammlung im Mai hatten Anteilseigner die Praxis der Deutschen Bank kritisiert, sich auf kostspielige Vergleiche einzulassen. Diese stehen häufig im Widerspruch zu der Darstellung der Bank, sie habe sich nichts vorzuwerfen.

In den aktuellen Fällen hatten die Kläger zusätzlich Druck auf Vorstandschef Christian Sewing aufgebaut. Sie behaupteten, Sewing habe 2013 als Chef der internen Revision ein Gutachten zu verantworten gehabt, das die Kläger später in Italien beinahe ins Gefängnis gebracht habe. Nachdem sie schließlich in höherer Instanz freigesprochen worden waren, reichten sie 2024 in Deutschland und London Klagen ein.

Angeblich substanzlose Vorwürfe der Kläger

Die Bank hatte die Klagen stets als völlig substanzlos bezeichnet. Die von Sewing verantwortete Untersuchung sei gründlich, ordnungsgemäß und unabhängig gewesen. Die Vorwürfe der Kläger beruhten auf unzutreffenden Behauptungen, gegen die man sich auch weiterhin detailliert verteidigen werde. „Wir sind zuversichtlich, dass das Gericht die Klage abweisen wird“, hieß es. Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts hatte betont, die Fakten in dieser schon lange andauernden Angelegenheit seien seit Jahren bekannt. „Der Aufsichtsrat unterstützt den Vorstand dabei, die Bank in diesem Rechtsstreit zu verteidigen.“ Noch in der vergangenen Woche hatte man bei der Bank durchblicken lassen, man sehe einem Gerichtsverfahren gelassen entgegen. Woher nun der plötzliche Umschwung kommt, bleibt daher unklar.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Bank auf teure Vergleiche einlässt. Für Gesprächsstoff sorgte lange Zeit der Vergleich mit den Erben des Filmmoguls Leo Kirch, der der Bank und ihrem damaligen Vorstandssprecher Rolf Breuer stets vorgeworfen hatte, für seine Pleite verantwortlich zu sein. Nach jahrelangem Rechtsstreit zahlte die Bank dafür Anfang 2014 rund 900 Millionen Euro.

Bemerkenswert war auch ein Vergleich mit Klägern im Zusammenhang mit dem Epstein-Komplex: 2022 hatte sich die Bank in einem Rechtsstreit mit Anlegern auf die Zahlung von 26 Millionen Dollar geeinigt. Die Kläger, die zwischen 2018 und 2020 mit Aktien der Bank gehandelt hatten, warfen dem Institut lasche Anti-Geldwäsche-Kontrollen vor. Fortschritte auf diesem Gebiet habe die Bank zu positiv dargestellt und dadurch den Aktienkurs in die Höhe getrieben. Als die Bank wegen ihrer Kundenbeziehung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und anderer Vergehen bestraft worden sei, sei der Aktienkurs gefallen.  Ähnlich wie im aktuellen Fall hatten die Kläger laut Klageschrift angekündigt, im Prozess Insiderwissen gegen Führungskräfte auszupacken.

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