Baden-Württemberg:Erste Panne auf der Vorzeigestrecke

Baden-Württemberg: Ausgebremst: Auf der neuen ICE-Strecke zwischen Wendlingen und Ulm ist Zuverlässigkeit mal wieder ein Problem.

Ausgebremst: Auf der neuen ICE-Strecke zwischen Wendlingen und Ulm ist Zuverlässigkeit mal wieder ein Problem.

(Foto: Christoph Schmidt/dpa)

Gerade erst wurde die Strecke zwischen Wendlingen und Ulm feierlich eingeweiht. "Zuverlässigkeit", versprach Bahn-Chef Richard Lutz. Doch schon am Montag gibt es Verzögerungen.

Von Max Ferstl

Am Freitag ist zum ersten Mal ein ICE auf der neuen Bahnstrecke von Wendlingen nach Ulm gefahren. Es war ein bedeutendes Ereignis, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann besuchte den Führerstand, ein Pfarrer gab der vier Milliarden Euro teuren Strecke seinen Segen und dann trotzte der ICE auf der Premierenfahrt sogar den Schneewehen auf der Schwäbischen Alb. Pünktlich auf die Minute glitt er in den Ulmer Bahnhof, wo Bahn-Chef Richard Lutz den künftigen Fahrgästen "Zuverlässigkeit auf höchstem Niveau" versprach.

Am Montagmorgen allerdings, als die ersten Pendler die neue Strecke benutzen wollten, war die Zuverlässigkeit mal wieder ein Problem. Ein Zug steckte so lange in einem der Tunnel der Strecke fest, dass den Fahrgästen als Entschädigung Heißgetränke serviert wurden. Es kam teilweise zu Verspätungen von mehr als einer Stunde. Mehrere Regional- und Fernverkehrszüge mussten über die alte, langsamere Strecke umgeleitet werden.

Laut Bahn lag der Fehler bei einem Lokführer, der das digitale Zugsteuerungssystem ETCS bediente. Daher konnte sich "ein ICE auf der Neubaustrecke zwischen Ulm und Wendlingen nicht mit dem Zugsteuerungssystem verbinden", teilte eine Bahn-Sprecherin mit. Die Sicherheitssysteme hätten eine Weiterfahrt verhindert.

Die Störung sei ein Einzelfall

Dabei sollte auf der neuen Trasse eigentlich alles schneller gehen. Bis zu 250 Kilometer pro Stunde können ICEs dort fahren. Wer von Stuttgart nach München fährt, braucht rund 15 Minuten weniger als bisher. Bahn-Chef Lutz bezeichnete die neue Strecke bei der feierlichen Eröffnung am Freitag als "Tempomacher der Bahn im Südwesten".

Die Bahn betont nun, dass die Störung am Montagmorgen ein Einzelfall sei: "Seit Betriebsstart am Sonntag sind 99 Prozent der Züge problemlos über die neue Strecke gefahren", hieß es. Die Lokführer sollen aber noch einmal sensibilisiert werden. Inzwischen laufe der Betrieb auf der neuen Strecke wieder normal.

Bereits am Sonntag, als die neue Strecke zum ersten Mal in den Regelbetrieb ging, gab es Störungen, Staus - und offenbar auch Probleme mit dem ETCS. An die Lokführer erging zudem eine Dienstanweisung, die der SZ vorliegt. Demnach funktioniert die Technik nicht automatisch, die Lokführer müssen die Befehle eingeben. Ein "perfektes Chaos", sagte ein Lokführer der SZ.

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