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Bahn - Zellertal:Land genehmigt Finanzierung für Zellertalbahn

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Mainz (dpa/lrs) - Die Pläne für eine Reaktivierung der Zellertalbahn zwischen Rheinhessen und der Pfalz haben eine wichtige Hürde genommen. Die Landesregierung genehmigte die Finanzierung des Projekts durch den Donnersbergkreis, wie das Verkehrsministerium am Donnerstag in Mainz mitteilte. "Wir kommen bei der Reaktivierung der Zellertalbahn einen großen Schritt voran", erklärte Verkehrsstaatssekretär Andy Becht (FDP). Die Stärkung des Schienenverkehrs sei ein wichtiges Anliegen der Landesregierung.

Die 28 Kilometer lange Zellertalbahn zwischen Langmeil im Donnersbergkreis und Monsheim im Landkreis Alzey-Worms wurde 1872 in Betrieb genommen. Von den Endpunkten führen weitere Streckenabschnitte nach Worms und Kaiserslautern. Als die Verkehrspolitik ganz auf das Auto ausgerichtet war, wurde der Personenverkehr der Zellertalbahn 1983, der Güterverkehr 1998 eingestellt. Zwischen 2001 und 2017 wurde die Strecke noch für den touristischen Ausflugsverkehr betrieben.

Jetzt müsse der Donnersbergkreis noch seine Antragsunterlagen überarbeiten, erklärte Becht. Dann stünde nach Prüfung der Unterlagen einer zeitnahen Förderzusage nichts mehr im Wege. "Mir ist es ein wichtiges Anliegen, persönlich mit den Akteuren vor Ort in Kontakt zu treten und das Projekt voranzutreiben", sagte Becht. Deswegen wolle er an einer Kundgebung für die Zellertalbahn an diesem Freitag in Monsheim teilnehmen.

"Eine solche Bahnlinie darf man einfach nicht links liegen lassen", sagte kürzlich der Landrat des Donnersbergkreises, Rainer Guth (parteilos). "Mit ihr lässt sich die Fahrtzeit von Kaiserslautern nach Worms um 20 Minuten verkürzen - zwei Oberzentren, die momentan schlecht miteinander verbunden sind."

Kritik am Förderantrag des Landkreises über 6,7 Millionen Euro bei Gesamtkosten von 8,5 Millionen kam wiederholt vom Rechnungshof Rheinland-Pfalz. Im Jahresbericht 2020 wird moniert: "Das Vorhaben birgt wirtschaftliche Risiken, die die dauernde Leistungsfähigkeit des hoch verschuldeten Donnersbergkreises weiter gefährden." Danach sei es aber gelungen, viele Bedenken zu entkräften, heißt es im Verkehrsministerium in Mainz.

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