Bahn - Unna:Aus von Abellio: andere Firmen übernehmen

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Unna/Köln (dpa) - Das Aus des angeschlagenen Bahnunternehmens Abellio in Nordrhein-Westfalens Regionalverkehr ist besiegelt. Nachdem der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Nahverkehr Rheinland (NVR) bereits vergangene Woche einen Deckel drauf gemacht haben, stimmte am Dienstag auch der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) für die Vergabe von Abellios bisherigen NRW-Linien an drei andere Bahnfirmen. DB Regio, National Express und Vias Rail sollen den Betrieb der Strecken zum 1. Februar 2022 übernehmen. Es geht um ein Sechstel des Schienen-Personen-Nahverkehrs (SPNV) in NRW, darunter sind Linien wie der RE1 von Aachen nach Hamm und der RE11 von Düsseldorf nach Kassel.

Die neuen Linien-Betreiber wollen die Beschäftigten der Abellio Rail GmbH übernehmen. Zuletzt hatte die Firma gut 1000 Beschäftigte.

Es ist das erste Mal, dass in NRW ein Bahnunternehmen aus dem vor etwa zwei Jahrzehnten liberalisierten Bahnmarkt ausscheidet. Abellio macht seit langem Verluste, in Nachverhandlungen wollte das in einer Art Insolvenzverfahren befindliche Unternehmen bessere Konditionen bekommen. Doch darauf ließen sich die Verkehrsverbünde nicht ein, sie zogen die Reißleine und entschieden sich für die Notvergaben an die Konkurrenten, die alle bereits auf anderen Linien in NRW präsent sind und ihren Marktanteil nun aufstocken. Um dadurch entstehende Mehrkosten zu decken, stellt das Land 380 Millionen Euro bereit.

Der Übergang des Zugbetriebs von Abellio an die Nachfolger dürfte nicht reibungslos verlaufen - es wird mit "Ruckeleien" gerechnet, wie es ein Branchenvertreter unlängst formuliert hatte. Wie viele Zugausfälle und Verspätungen es geben wird, ist aber offen. In der gemeinsamen Mitteilung der drei Verkehrsverbünde heißt es nun, es sei das Ziel, "den bisherigen Fahrplan so weit wie möglich mit vollem Leistungsangebot aufrecht zu erhalten und die Einschränkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten". Ein zentraler Faktor sei hierfür, dass die Abellio-Beschäftigten zu den drei Nachfolger-Betreibern wechseln.

© dpa-infocom, dpa:211214-99-381891/3

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