Deutsche Bahn Streik legt Bahnverkehr lahm

  • Die Deutsche Bahn musste wegen eines vierstündigen Streiks am Montagmorgen bundesweit ihren Fernverkehr einstellen, auch der Regionalverkehr war vielerorts betroffen.
  • Nach Angaben der Bahn dürfte es noch den ganzen Tag zu Ausfällen und Verspätungen kommen.
  • Grund ist ein Warnstreik der Gewerkschaft EVG, die Tarifverhandlungen mit der Bahn abgebrochen hat.

Ein bundesweiter Streik hat am Montag weite Teile des Bahnverkehrs in Deutschland lahm gelegt. Die Deutsche Bahn musste zeitweise den gesamten Fernverkehr und Teile des Regionalverkehrs einstellen. Der Ausstand, zu dem die Gewerkschaft EVG bundesweit aufgerufen hatte, ist seit neun Uhr beendet. Der Zugverkehr läuft langsam wieder an. Es müsse allerdings noch während des ganzen Tages mit Verspätungen und Ausfällen im Fernverkehr gerechnet werden, teilte das Unternehmen mit.

Die Bahn empfiehlt ihren Kunden dringend, Reisen auf den Dienstag zu verschieben. Alle Tickets behielten ihre Gültigkeit, Zugbindungen seien aufgehoben - auch für den Dienstag.

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Die Streiks betreffen in vielen Bundesländern auch den Regionalverkehr. In Bayern fuhr am Montagmorgen nahezu kein Zug mehr, auch in Nordrhein-Westfalen stand der Regionalverkehr weitgehend still. In Städten wie Berlin oder Frankfurt fuhr zeitweise keine S-Bahn mehr.

Die EVG hat ihre Mitglieder in ganz Deutschland zu dem Ausstand aufgerufen und dabei keinen regionalen Schwerpunkt gesetzt. Die Gewerkschaft hatte zuvor die Tarifverhandlungen mit der Bahn nach zweimonatigen Verhandlungen abgebrochen. Sie will erst wieder verhandeln, wenn die Deutsche Bahn ein neues Angebot vorlegt. Der Vorschlag der Bahn beinhaltete eine Lohnerhöhung von 5,1 Prozent in zwei Stufen für einen Zeitraum von 29 Monaten sowie eine Einmalzahlung von 500 Euro. Mitarbeiter sollten die Möglichkeit bekommen, statt mehr Geld mehr Freizeit zu wählen, allerdings erst ab 2021. Die Bahn spricht von einer "völlig überflüssigen Eskalation".

Die Gewerkschaft GDL, die den Bahnverkehr beispielsweise 2015 mit Streiks zum Erliegen gebracht hatte, setzt weiter auf Verhandlungen mit der Bahn. Nach Ansicht der kleineren Lokführer-Gewerkschaft liege der Grund für den Streik der Kollegen nicht in den Tarifverhandlungen. Er glaube, die EVG wolle auch mal zeigen, dass sie streiken könne, witzelte GDL-Chef Claus Weselsky am Sonntag. Ihr Ausstand treffe jedoch ein Unternehmen, das angesichts des Sparkurses schon geschwächt sei. "Da muss man als Gewerkschaft auch ein bisschen Rücksicht nehmen."

Die Bahngewerkschaft EVG droht allerdings schon mit weiteren Warnstreiks, sollte die Deutsche Bahn kein deutlich besseres Angebot für Tariferhöhungen auf den Tisch legen. "Wir erwarten von der Bahn ein substanziell besseres Angebot", sagte EVG-Sprecher Uwe Reitz im ARD-"Morgenmagazin".

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