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Bahamas-Leaks:Woher hat die SZ die Daten?

Was genau ist der Unterschied zu den Panama Papers?

Die Panama Papers bestehen aus 2,6 Terabyte interner Dokumente des Offshore-Dienstleisters Mossack Fonseca. Sie enthalten zahlreiche E-Mails und Verträge, die in vielen Fällen Aufschluss über den Zweck einer bestimmten Briefkastenfirma geben. Die Bahamas-Leaks-Daten sind im Vergleich viel kleiner, sie machen rund 1,5 Prozent des Panama-Papers-Bestandes aus. Es handelt sich auch nicht um Daten aus einer Offshore-Kanzlei, sondern um Informationen aus dem staatlichen Unternehmensregister der Bahamas. Aus diesem geht übrigens hervor, dass Mossack Fonseca offenbar der wichtigste Vermittler von Briefkastenfirmen auf den Bahamas ist.

Woher hat die SZ die Daten? Steckt John Doe, die anonyme Quelle der Panama-Papers, dahinter?

Aus Gründen des Informantenschutzes macht die Süddeutsche Zeitung keine Angaben zur Quelle.

Warum veröffentlicht das ICIJ einen Teil der Daten?

Das ICIJ, mit dem die SZ die Daten geteilt hat, ergänzt mit Teilen der Bahamas-Leaks eine bestehende Datenbank zu Offshore-Firmen. "Wir sehen es als Dienst an der Allgemeinheit, diese Informationen zugänglich zu machen", sagt ICIJ-Direktor Gerard Ryle. "Es gibt viele Beweise dafür, dass Schattenwelten auch Missetaten ermöglichen." Internationale Experten fordern schon seit Jahren ein weltweites Transparenz-Register, das die wahren Eigentümer von Firmen verzeichnet. Nur so würden Briefkastenfirmen unattraktiver für illegale Geschäfte und könnten die richtigen Personen im Fall von Straftaten haftbar gemacht werden. Das ICIJ veröffentlichte 2013 im Zuge der Offshore-Leaks-Enthüllungen erstmals Daten zu mehr als 100 000 Briefkastenfirmen. Im Frühjahr 2016 wurde diese Datenbank mit Informationen zu den Briefkastenfirmen aus den Panama Papers ergänzt. Mit den Bahamas-Leaks sind nun die Verbindungen von knapp 500 000 Offshore-Firmen über Webseite recherchierbar. Originaldokumente und E-Mails finden sich nicht darin.

Wird die SZ die Namen aller Personen in den Bahamas-Leaks veröffentlichen?

Die SZ wird nicht alle Namen veröffentlichen, die in den Bahamas-Leaks zu finden sind. Bei vielen Privatpersonen, die in den Daten vorkommen, fehlt ein berechtigtes öffentliches Informationsinteresse. Ein solches kann insbesondere dann vorliegen, wenn es einen begründeten Anfangsverdacht gibt, dass eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens eine Straftat begangen hat oder - wie offenbar im Fall der ehemaligen EU-Kommissarin Neelie Kroes - gegen andere Vorschriften verstoßen hat.

© SZ.de/bbr/jps
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